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Dagegen iſt unter den acht Vorleſungen für das vierte Semeſter auch eine über das Leben Jeſu aufgenommen, wahrſcheinlich durch die Erzeugniſſe der neueren Literatur hervorgerufen, die aber ſchwerlich nach der Kirchengeſchichte und der Exegeſe der neuteſtamentlichen Schriften noch ein Bedürfniß fuͤr den Theologen ſeyn möchte.
Fuͤr den dogmatiſchen Cyclus der evangeliſchen Theo⸗ logen finden wir außer der bibliſchen Theologie, die zu gleicher Zeit als eine Ergänzung des exegetiſchen Curſus angeſehen werden mag, Dogmatik in zwei Semeſtern, Dogmengeſchichte, Symbolik und vergleichende Symbolik angeſetzt. Gegen das Ende des achtzehnten und den An⸗ fang des neunzehnten Jahrhunderts hatte man auf meh⸗ reren deutſchen Univerſitäten einen halbjährigen Curſus der Dogmatik eingefuͤhrt, indem man aus dem chriſtlichen Lehrbegriff alles das, was auf bloß menſchlicher Specu⸗ lation zu beruhen ſchien, fallen ließ, wodurch auch die den einzelnen Lehren vorausgeſchickte Dogmengeſchichte ſehr abgekürzt werden konnte. So wie man von den Anſichten, die hierbei zu Grund lagen, ausging, genügte dieſer Cur⸗ ſus vollkommen. Man kam theilweiſe, jedoch nicht über⸗ all zu einer größeren Ausfuͤhrlichkeit zurück. In Göttingen wird immer noch, wie damals, die Dogmatik in einem Semeſter gewöhnlich zu fünf Stunden wöchentlich geleſen; zwei Docenten wechſeln mit dem Vortrag derſelben in den Sommer⸗ und Winterhalbjahren ab; Vorleſungen über Dogmengeſchichte finden daneben gleichfalls zu fünf Stun— den wöchentlich von Zeit zu Zeit Statt, aber nicht regel⸗ mäßig als nothwendige Zugabe der Dogmatik. Auf zwei Semeſter ausgedehnt nimmt dieſe natuürlicherweiſe die Dogmengeſchichte bei allen Lehren in ſich auf, ſo daß das Bedürfniß beſonderer Vorleſungen über die Dogmenge⸗ ſchichte bezweifelt werden könnte.
Die Unterſcheidungslehren der evangeliſch⸗lutheriſchen Kirche, nicht ihre ſämmtlichen Glaubenslehren, ſind in


