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Bemerkungen über den Studienplan für die Grossherzoglich Hessische Landesuniversität zu Giessen / von Dr. A.A.E. Schleiermacher, Großh. Hess. Geh. Rath.
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Buchern unterſtüͤtztes Studium der ganzen Heiligen Schrift ſeinen theologiſchen Kenntniſſen die gediegenſte Baſis geben. Nach dem erſten Jahr ſind die ſprachlichen Schwierigkeiten überwunden, und es bilden ſich bei der Fortſetzung dieſes Curſus ganz andere Anſichten, als es bei der Leſung nur einiger bibliſchen Bücher möglich iſt. Daß man ſich dabei huten muß, zu tief in exegetiſche Schwierigkeiten einzu⸗ gehen, die viele Zeit rauben, und doch am Ende keine vollkommene Löſung geſtatten, verſteht ſich von ſelbſt. Ein unentbehrliches und dafür allgemein anerkanntes Hulfsmittel bei dem Studium des Alten Teſtaments iſt die Bekanntſchaft mit der Chaldäiſchen, Syriſchen und Arabiſchen Sprache, die mit der Hebräiſchen nahe ver⸗ wandt ſind. In faſt allen Hebräiſchen Wörterbüchern, in den exegetiſchen Schriften über das Alte Teſtament wird ein häufiger Gebrauch von dem Syriſchen und Ara⸗ biſchen gemacht; einige Theile in den ſpäteren Büchern der Bibel ſind Chaldäiſch geſchrieben, ſo daß eine Kennt⸗ niß des Chaldäiſchen unmittelbares Bedürfniß für den iſt, der die Bibel in der Urſprache leſen will. Der Studien⸗ plan für die Theologen erwähnt indeſſen dieſes Verhält⸗ niſſes mit keinem Wort, da er doch, wie es ſcheint, ohne eine bedeutende Lucke zu laſſen, wohl darauf hätte auf⸗ merkſam machen müſſen. Eine beſtimmte Urſache davon ließe ſich wohl vermuthen, doch wollen wir uns darauf hier nicht einlaſſen. Furcht aber, die Studirenden mit Vorleſungen zu uͤberhäufen, war die Urſache gewiß nicht, denn eine ſolche Furcht läßt ſich in dem Studienplan nirgends entdecken. Auch darf man nicht vorausſetzen, daß ſeiner Abſicht nach bloß practiſche und keine gelehrte Theologen auf der Landesuniverſität gebildet werden ſoll⸗ teu, was offenbar zu ſehr im Widerſpruch mit dem ange⸗ gebenen Lehrcyclus ſtehen würde. Eher könnte noch ein bloßes Vergeſſen dabei zu Grunde liegen, wie vielleicht bei der unter I. aufgefuhrten Patriſtik und der Apologetik.