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werden kann, da ſich die aus den philoſophiſchen Syſte⸗ men zu ziehenden Conſequenzen gar nicht immer von An⸗ fang an leicht überſehen laſſen. Aeltere philoſophiſche Syſteme und Anſichten ſind meiſtens ſo nach ihren ver⸗ ſchiedenen Beziehungen bearbeitet, daß ſie mit den daraus möglichen Folgerungen ziemlich klar vorliegen; bei den neu aufkommenden iſt dieß aber öfters nicht der Fall. Sie finden durch den Reiz der Neuheit, dadurch daß jüngere Docenten ſie vorzugsweiſe zum Gegenſtand ihrer Vor⸗ leſungen machen, die ſich dann an beruͤhmte Namen an⸗ knuͤpfen, durch das fur Speculationen leicht erregbare jugendliche Gemüth, einen oft alle Erwartung uͤberſteigen⸗
den Anklang, werden mit Enthuſiasmus aufgenommen und
halten ſich einige Jahrzehnde hindurch auf einem gewiſſen Höhepunct, bis ſie nachher andern Syſtemen wieder Platz machen müſſen. Wir können nicht läugnen, daß wir auf Univerſitäten die Cultur poſitiver Unterrichtsgegenſtände für weit erſprießlicher halten, als die der ſpeculativen, mit denen ſich der reifere Mann, im Beſitze gründlicher Kenntniſſe befaſſen mag, wenn er noch Gefallen daran finden kann. Von der Hinneigung zu philoſophiſchen Studien von Seiten der Theologen, die vorzugsweiſe Hang dazu zu haben pflegen, erwarten wir alſo keinen großen Vortheil.
Der Studienplan beſtimmt den evangeliſchen Theolo⸗ gen außer Logik und Pſychologie noch drei philoſophiſche Collegien„nach freier Wahl, jedes von mindeſtens vier Stunden, aus dem Gebiete der Philoſophie im engern Sinne, oder der Geſchichte, der ältern und neuern Spra⸗ chen, der Mathematik, Phyſik oder der Naturgeſchichte. Ausgeſchloſſen von dieſen drei Vorleſungen iſt die hebräiſche Grammatik, da deren Kenntniß vorausgeſetzt wird. Da⸗ gegen iſt beſonders hervorzuheben, daß Vorleſungen über Geſchichte des Mittelalters und der neuern Zeit, ſo wie über die alten claſſiſchen Sprachen im engern Zuſammen⸗


