Nähe liegenden großen Hallen, die als Lazarette eingerich⸗ tet waren, untergebracht. Hier hielt ſeine„Königliche Ho⸗ heit Prinz Heinrich von Preußen eine ergreifende Anſprache. Er hieß uns im Namen der holländiſchen Regierung herz⸗ lich willkommen und mit einem dreifachen Hoch auf ſeine Majeſtät, den deutſchen Kaiſer, die Kaiſerin und ſämtliche Landesfürſten ſchloß er die Begrüßungsanſprache, indem er die Hoffnung ausdrückte, daß bald alle diejenigen, die draußen im Schützengraben liegen, in die Heimat zurückkehren können. Darauf wurden wir feſtlich bewirtet. Mit Chocolade, Ta⸗ bak, Cigarren, Cigaretten uſw. wurden wir förmlich über⸗ ſchüttet. Poſtkarten wurden verteilt, um den Lieben in der Heimat die Ankunft in Holland zu verkünden. Wie lange wir noch in Holland bleiben ſollten, war noch unbeſtimmt, denn die deutſchen Lazarettzüge waren noch nicht einge⸗ troffen. Diejenigen, die in Holland interniert werden
ſollten, wurden alsbald ihrem neuen Heime zugeführt.
Ununterbrochen kamen Damen und Herren, die Lie⸗ besgaben verteilten. Kulis, die aus den holländiſchen Kolonien ſtammten, waren angewieſen, für nnſer Wohl zu ſorgen, um uns den Aufenthalt in Rotterdam ſo angenehm wie nur irgend möglich zu machen. Jede Arbeit laſen ſie uns von den Augen ab. Wenn einer im Begriffe war, ſich eine Zigarre oder Zigarette in den Mund zu ſtecken, kamen ſie herangeſprungen, um ſie anzuzünden. Eſſen bekamen wir hier im Überfluß. Nachmittags konnten wir in den Hafenanlagen ſpazieren gehen, wobei man ſich gegenſeitig ſeine Erlebniſſe erzählte. Die Ziviliſten, die mit uns an— gekommen waren, fuhren bereits um 2 Uhr mit einem Sonderzuge nach Deutſchland ab. So verrann allmählich die Zeit und die Nacht brach heran. Wir wurden in einen
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