Horwort.
Um die verſchiedenartigen Meinungen über die Be⸗ handlung der Kriegs⸗ und Civilgefangenen in England aufzuklären, habe ich mich auf allſeitigen Wunſch dazu ent⸗ ſchloſſen, die Erlebniſſe während meiner 19monatlichen Gefangenſchaft aufzuzeichnen und ſie der Offentlichkeit bekannt zu geben. Im Allgemeinen iſt man in Deutſchland der Anſicht, daß der Engländer ſeinen Gefangenen eine, wenn auch nicht gerade gute, ſo doch wenigſtens menſchen⸗ würdige Behandlung zukommen läßt. Demgegenüber muß ich aber ſagen, daß die engl. Regierung(weniger das engl. Volk), nichts unverſucht gelaſſen hat, das Los ihrer Ge⸗ fangenen ſo ſchlecht als möglich zu geſtalten. Bei jeder für ſie ungünſtigen Wendung auf den Kriegsſchauplätzen hat ſie ihre Wut an den Kriegsgefangenen ausgelaſſen, ſei es durch Entziehung der Nahrungsmittel oder durch ſchlechtere Behandlung. Ich will denen, die in der unglücklichen Lage ſind, Angehörige oder ſonſtige Naheſtehende in engl. Ge⸗ fangenſchaft zu wiſſen, das Herz nicht ſchwerer machen, doch fühle ich mich dazu gezwungen, das Volk über die wahren Zuſtände in England aufzuklären.
Ich habe mich bemüht, meine Erlebniſſe in wahren, nackten Tatſachen wiederzugeben. Hoffentlich wird dieſes Büchlein in den weiteſten Kreiſen unſeres Volkes Anklang finden.
Gießen, im März 1918.
Sanitätsſoldat Karl Braſch.


