ſehen bekommen, viel weniger getrunken. Es wurde uns deshalb nachher ſtarker Kaffee verabreicht. Da das Wetter ſich am Nachmittage aufklärte und Mutter Sonne ihre warmen Strahlen herabſandte, konnte man auf Deck ſpa⸗ zieren gehen. Vor uns, in Abſtänden von etwa 150 m, lagen die beiden anderen Lazarettſchiffe, Sindoro und Zee⸗ land. Auf Sindoro waren die Zivligefangenen untergebracht, auf Zeeland Invaliden. Wir gaben uns gegenſeitig unſere Freude durch Tücherſchwenken kund. Das Schiffsperſonal, das ſehr freundlich zu uns war, beſchenkte uns mit Zigarren, Zigaretten, Tabak uſw. Etwa 8 Meilen hinter uns lag immer noch die engliſche Küſte. Um 6 Uhr ertönte ein Zeichen, welches uns zum Abendeſſen rief. Wiederum wurden, wie am Mittage, zuerſt die Gäſte des Hinterſchiffes geſpeiſt und eine Stunde ſpäter, die des Vorderſchiffes. Es gab Kaffee, Brot und kalten Aufſchnitt, alles in reich⸗ lichem Maße.
Um 7 Uhr kam ein Lotſe, der das Schiff über die Sandbänke hinaus ſteuern ſollte. Etwa 5 Minuten ſpäter ertönte das Zeichen zur Abfahrt. So fuhren wir etwa eine Stunde und England entſchwand unſeren Blicken. Kurz nach 8 Uhr hielt das Schiff wieder, und die Anker wurden ausgeworfen. Der Lotſe verließ das Schiff und fuhr mit einem kleinen Dampfboot wieder zurück. Es war ſchon ziemlich dunkel; das Schiff war mit unzähligen Lich⸗
stern erleuchtet. Die beiden anderen Schiffe, die nachgefolgt waren, boten uns dadurch einen herrlichen Anblick. Bis 11 Uhr abends wurden noch allerlei Beluſtigungen getrie⸗ ben. So forderten uns die Schweſtern zum Tanze auf. Die Invaliden verſuchten dabei ihre Kunſt ſo gut es ging. Allmählich verſchwand einer nach dem anderen in ſeiner
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