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Etwa gegen 3 Uhr morgens traf endlich der Sonderzug ein. Wir halfen unſeren Kameraden beim Einſteigen, die trotz ihren ſchweren Verwundungen große Geſchicklichkeit dabei zeigten. Der Zug ſetzte ſich bald in Bewegung.
Etwa gegen 8 Uhr morgens trafen wir dann in Boſton ein. Der Zug hielt hier dicht an einer Landungsbrücke im Hafen. Die kleinen Paddelboote, die uns hinaus an die großen Lazarettſchiffe bringen ſollten, lagen bereit. Etwa 2 Stunden ſtand der Zug hier und wir hatten immer noch keinen Befehl zum Ausſteigen. Endlich um 10 ½ Uhr wurden wir auf die Boote verladen. Ein dichter Nebel lag auf dem Waſſer und der Regen fiel in Strömen nieder. Um dieſelbe Zeit traf auch noch ein Lazarettzug mit Ver⸗ wundeten ein, die getragen werden mußten, ſowie Unter⸗ offiziere, die in Holland interniert werden ſollten. In einer halben Stunde waren wir alle eingeſchifft. Das Gepäck war bereits auf den Schiffen untergebracht, wovon aber der größte Teil des Inhalts von den Engländern beraubt war. Es wurde 12 Uhr, 1 Uhr und noch immer lagen die Boote ſtill. Der Nebel wurde dichter und der Regen ſetzte immer ſtärker ein. So mußten auch meine verwun⸗ deten Kameraden im ſtrömenden Regen, denn viel Unter⸗ ſchlupf war nicht da, zubringen. Endlich, gegen 1 ½ Uhr fuhren die Boote ab. Zwar hatte der Regen nachgelaſſen, aber dafür wurde der Nebel immer dichter und dichter, was für uns großen Nachteil haben ſollte. Denn kaum waren wir etwa 200 m weit gefahren, als die Boote wie⸗ der umkehrten, da ſie wegen dem dichten Nebel nicht weiter hinaus fahren konnten. Wir wurden wieder in dieſelben Züge verladen und fuhren etwa 1 Stunde weiter nach dem ungefähr 13 Meilen entfernt liegenden Städtchen Spaltin.
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