ſofort ins Hoſpital nach Glasgow verbringen ließ. Schon am nächſten Tage kam die Nachricht, daß er an Blind⸗ darmentzündung geſtorben ſei. Das konnte nun glauben, wer wollte. Unſer Lagerälteſter reichte ſofort einen Bericht an die Schweizer Geſandtſchaft über dieſes Vorkommnis ein. Auch der U-Bootkrieg machte ſich immer mehr be⸗ merkbar. Oftmals blieben die Nahrungsmittel aus und auf unſere Beſchwerden hin erwiderten uns die Engländer einfach, die deutſche Submarine(U⸗Boote) hätte die Schiffe ver⸗ ſenkt. So bekamen wir einmal 4 Woch en lang kein Salz. Der Kommandant ſagte uns, wir ſollten das Salz von den Heringen verwenden, für die Barbaren ſei es ja gut genug. Kohlen wurden ſpärlich oder teils gar nicht geliefert.
Die Schlacht in Flandern war im Gange. Die eng⸗ liſchen Zeitungen waren nicht groß genug, um alle Artikel über die Ententeſiege aufzunehmen. Wie auch in den vor— ausgegangenen Schlachten, ſo ſchrieben auch die Engländer jetzt wieder, der Traum der ſtolzen engliſchen Kavallerie ginge nun endlich in Erfüllung. In wenigen Tagen würde der Rhein überſchritten und das Schickſal Deutſchlands beſiegelt ſein. Man war ja an derartige Lügenberichte ge⸗ wöhnt. Durch deutſche Zeitungen, die auf Umwegen ins Lager gelangten, erfuhren wir ja doch die Wahrheit. Die Niederlage der Engländer bei Cambrai erfuhren wir auch nicht durch engliſche Zeitungen. Statteten deutſche Flug⸗ zeuge den engliſchen Befeſtigungen einen Beſuch ab, dann waren ſpaltenlange Berichte in den engliſchen Zeitungen über die deutſchen Barbaren zu finden. So ſchwand die Zeit träge dahin. Die erſehnte Freiheit für die Gefangenen lag noch in weiter Ferne.
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