dergleichen. Die alten Gefangenen hatten uns einen kleinen Geldbetrag überwieſen, ſodaß man ſich auch das Notwen⸗ digſte in der Kantine kaufen konnte. So wurden auch die Verhältniſſe im Laufe der Zeit immer beſſer. Die erſte Paketpoſt traf ſchon in etwa 4 Wochen ein, und man konnte ſich nun das, was man ſeinen Platz im Lager nannte, häuslich einrichten. Über das Eſſen brauchten wir uns nicht zu beklagen. Wir bekamen am Tage 750 gr Brot und einmal Eſſen, beſtehend aus Bohnen⸗ oder Erbſen⸗ ſuppe und Fleiſch. Die Lagerküche war gut eingerichtet. Jedes Lager kochte für ſich ſelbſt. Man konnte ſich ſogar Kuchen backen. Dies geſchah folgender Maßen:
Jede Baracke gab freiwillig 1—2 Laib Brot ab, wo⸗ für von den Engländern Mehl geliefert wurde. Alle an— deren Zutaten wurden von einer durch eine Sammlung aufgebrachten Summe gedeckt. Der Kuchen wurde dann
Nachmittags, das Stück für einen Penny(8 Pfg.) ver⸗ kauft. So bekam der Lagerälteſte allmählich Geld in die Kaſſe, worüber genau Buch geführt wurde. Es wurden Zwiebel, Eſſig, Kartoffel, Fleiſch und ſonſtige Eßwaren da⸗ für gekauft, die zu dieſer Zeit in der Kantine noch alle zu beziehen waren. Auch die übrigen Einrichtungen im Lager ſelbſt wurden mit der Zeit verbeſſert.
Durch Bücherzuweiſung des Herrn Dr. Markel in London(Vertreter des Roten Kreuzes) konnten wir uns eine Bibliothek anſchaffen, doch war die Anzahl der Bücher noch nicht groß. Auch die anderen Roten Kreuz⸗ Vereine in Deutſchland erfreuten uns durch ihre reichlichen Sendungen. Vereine wurden gegründet, z. B. Geſang⸗ vereine, Turnvereine, Fußballvereine, Schlag⸗ und Fauſt⸗ ballvereine, ja ſogar eine Muſikkapelle wurde zuſammen⸗
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