jeder ein Handtuch und ein Stückchen Seife, ſodaß man ſich wenigſtens wieder einmal waſchen konnte. Hier gab es nun auch etwas Zwieback und Büchſenfleiſch, was man mit einem Heißhunger verſchlang.
Plötzlich nach zwei Stunden ertönte das Kommando zum Antreten. Ein Offtzier, der ſehr gut deutſch ſprach, ſagte uns, wir würden jetzt verladen und kämen nach einem großen Lager, wo wir verbleiben ſollten. Wir marſchier⸗ ten denſelben Weg wieder nach dem Hafen zurück. In einer großen Halle ſtand ein Zug für uns bereit. Wer beſchreibt unſer Erſtaunen, als wir ſahen, daß es keine Viehwagen waren. Der Zug hatte Ähnlichkeit mit einem deutſchen D⸗Zug. Es waren Durchgangswagen, gelb an⸗ geſtrichen. Ich glaubte ſchon, es wäre der Sonderzug des Königs von England, und wir zweifelten noch immer daran,
daß der Zug für uns beſtimmt ſei, bis plötzlich das Kom⸗ mando zum Einſteigen ertönte. Wir kamen zu je 6 Mann in ein Kupee. Die Sitze waren gepolſtert. Wir fühlten uns ganz mollig darin. Etwa eine halbe Stunde ſpäter ſetzte ſich der Zug in Bewegung. Durch die Anſtrengung, die wir hinter uns hatten, verfielen wir alsbald in einen tiefen Schlaf. Ich wurde erſt wach, als der Zug am
nächſten Morgen(am 7. Juli) wieder hielt; doch wo be⸗ fanden wir uns hier? Mächtig hohe Berge ſahen wir vor uns auftauchen. Da erſchallte das Kommando zum Aus— ſteigen. Ich ſah, daß der Zug auf offener Strecke hielt. Hier nahm uns wieder eine neue Begleitmannſchaft in Empfang. Nun ging es auf ſchmalen Pfaden den Berg⸗ abhängen entlang, bis wir ein großes Zeltlager vor uns auftauchen ſahen. Wir dachten ſchon, es wäre für uns beſtimmt. Als wir näher herankamen, ſahen wir, daß die
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