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Die Turnfahrt, welche sich in allen Klassen nur auf einen Tag erstreckte, wurde am 16. Juni in folgender Weise ausgeführt:
Die Prima fuhr in Begleitung der Herren Professor Hölzerkopf und Dr. Schwert-— feger mit der Bahn nach Wetzlar, besah den Dom, die Stadt, bestieg den Karlsmund und fuhr dann weiter mit der Bahn nach Balduin- stein, ging auf das Schloss Schaumburg, besah dasselbe, sowie die Umgegend von dem Turme des Schlosses und setzte dann die Reise fort nach Ems. Hier wurden die prächtigen An- lagen und die reizende Gegend besichtigt und man fuhr mit dem letzten Zug nach Marburg zurück.
Die Sekunda reiste mit der Eisenbahn unter Führung des Herrn Oberlehrer Böhmel nach Wetzlar, ging durch den Wald nach Schloss Braunfels, besah dieses und den Park und ging weiter nach Weilburg. Nach Be- sichtigung der Stadt fuhren alle mit der Bahn nach Hause.
Die Tertia fuhr mit Herrn Oberlehrer Dr. Focke per Bahn nach Fronhausen, ging von da über Hohensolms nach Wetzlar und kehrte mit der Bahn nach Marburg zurück.
Die Quarta ging unter Leitung des Herrn Turnlehrer Schneider nach Caldern, fuhr mit der Bahn nach Biedenkopf, ging von da nach Stadt Laasphe und auf das Schloss Wittgenstein, besah dieses und fuhr mit der Bahn nach Marburg zurück.
Die Quinta fuhr unter Führung des Herrn Oberlehrer Dr. Schäfer nach Fron- hausen, ging durch den Wald über Krofdorf nach der Ruine Gleiberg, bestieg den Turm mit herrlicher Aussicht, ging nach Giessen und fuhr mit der Bahn zurück.
Die Sexta ging in Begleitung des Herrn Lehrer Herrmann nach Rauschenberg, nahm hier Umschau und begab sich dann nach Kirchhain, von wo sie mit der Bahn zurückfuhr.
Die schriftliche Prüfung der an- gemeldeten bezw. von der Prüfungskommission zugelassenen Primaner fand am 23., 24., 25. und 26. Februar statt. Die Aufgaben waren folgende:
1. Im Deutschen einen Aufsatz über das Thema: Wie wurde Wilhelm Tell der Be- freier der Schweiz?
2. und 3. eine Uebersetzung aus dem Deutschen ins Französische, und aus dem Deutschen ins Englische, und
4. drei mathematische Aufgaben:
a) Die Grundflächen einer abgestumpften Pyramide von der Höhe 9 dm sind 64JIdm und 16 dm; wie gross ist die Höhe der Ergänzungspyramide und ihr Raum- inhalt?
b) Ein Dreieck zu zeichnen aus einer Seite c, der Halbierungslinie ihres Gegen- winkels we und demVerhältnis der beiden Höhen( aus c, we, ha: he= m: n).
c) Ein Dreieck zu zeichnen und trigono- metrisch zu berechnen, wenn von ihm gegeben sind: a b= 1134; c= 116; ==(— 9)= 133⁰ 46 54“4.
Es unterzogen sich 19 Primaner der schrift- lichen Reifeprüfung, von denen einer nach dem Ausfall derselben zurücktrat. Die Arbeiten wurden an das Provinzial-Schulkollegium ge- sandt.
Eine Vergleichung dieser Prüfungsaufgaben mit den früheren für das Realprogymnasium zeigt eine doppelte Erleichterung der Prüfung, indem eine Uebersetzung aus dem Deutschen ins Lateinische und die vierte mathematische Auf- gabe bei der Prüfung in den Wegfall gekommen sind, ohne dass eine wesentliche Beschränkung in den zu erlangenden Berechtigungen damit verbunden ist.
Wenn die Anerkennung der Anstalt als Ober-Realschule nach drei Jahren erfolgt sein wird, tritt an die Stelle der bisherigen Reife- prüfung am Schlusse des sechsten Schuljahres die sogen. Abschlussprüfung, wie diese schon seither bei den Vollanstalten am Schlusse der Untersekunda abgehalten wurde. Der Vor- sitzende dieser Prüfung ist in der Regel der Direktor der Anstalt. Auch bestehen einige andere Vorschriften, welche für diese Prüfung als eine Ermässigung gegen die Reifeprüfung an einer Nichtvollanstalt gelten können.
Die mündliche Reifeprüfung fand am 10. und 11. März unter dem Vorsitz des Herrn Pro- vinzialschulrat Otto in Anwesenheit des Herrn Pfarrer Scheffer als Deputatus curatorii und der Lehrer des Lehrerkollegiums statt.
Die 18 Abiturienten waren: Karl Knoch, Marburg, Georg Ludovici, Wetter, Wilhelm Wick, Marburg, Willy Sangmeister, Wetter,


