Jahrgang 
1889
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Ueber die mit der älteren Heyer⸗Stiftung vereinigte, von Chicago gekommene Jubiläums⸗ gabe, die Hanſtein ⸗Stiftung, wurde im vorigen Jahresbericht das Nähere mitgeteilt. Die Zinſen dieſer Heyer⸗Hanſtein⸗Stiftung wurden zum erſten Male am Schluſſe des vorigen Schul⸗ jahres ſtiftungsgemäß verwendet; am 15. März 1888 verteilte an Stelle des erkrankten Direktors Kollege Prof. Dr. Buchner die aus dem Zinſenertrag jener Stiftung beſchafften Preiſe an folgende von der Lehrer⸗Konferenz für würdig befundene Schüler:

1. Richard Werner aus Biedenkopf in OI

2. Johannes Eſcher aus Erbenhauſen UI

3. Karl Ranft aus Gießen UII

4. Markus Simon aus Wieſeck OIII des Realgymnaſiums, 5. Hermann Stahl aus Gießen IV

6. Julius Schmidt aus Gießen V

7. Hugo Müller aus Kinzenbach VI

1. Heinrich Peppler aus Wieſeck in 1.

2. Theodor Cloos aus Gedern 2.

3. Siegfried Schwarzſchild aus Gießen3.

4. Hermann Kölle aus Gießen 5. der Realſchule. 5. Hermann Kanngießer aus Wißmar 6.

6. Ludwig Schirmer aus Gießen 6.

7. Wilhelm Loh aus Gießen 7.

.Der Unterrichtsbetrieb erlitt in dieſem Schuljahre die empfindlichſten Störungen. Die ſchon während des vorigen Schuljahres erkrankten Kollegen Müller und Schwabe waren bei dem Beginne des neuen noch nicht wieder hergeſtellt. Während der Letztere zur Wiederherſtellung ſeiner Geſund⸗ heit im Laufe des ganzen Sommerſemeſters beurlaubt werden mußte, trat der erſte ſchon nach 14 Tagen ſeinen Unterricht wieder an und war, abgeſehen von kleinen Unterbrechungen, in der erfreu⸗ lichen Lage, ſeine Stunden halten zu können. Dem Kollegen Schwabe war zwar die während des Urlaubes unternommene Kur ſehr heilſam; doch hat es ſich dabei für ihn als dringend wünſchens⸗ wert herausgeſtellt, den Schuldienſt aufzugeben und mit einem minder anſtrengenden Pfarrdienſt zu vertauſchen. Auf ſein Nachſuchen wurde der um das Gedeihen unſerer Schule ſehr verdiente Kollege bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit durch Allerhöchſte Entſchließung vom 7. Oktober 1888 mit Wirkung vom 16. Oktober an in den Ruheſtand verſetzt. Vom Beginn des Winterhalbjahres bis zum 16. Oktober verſah derſelbe noch ſeinen Dienſt an der Schule, für welche ſein Weggang einen fühlbaren Verluſt bedeutete. Kollege Schwabe gehörte dem Lehrkörper unſerer Schule an von Oſtern 1879 bis Herbſt 1888. Gegenwärtig verwaltet er die Pfarrſtelle zu Selters.

Während der Beurlaubung Schwabe's wurde durch Verfügung vom 19. April 1888 mit der Erteilung des nach Abrechnung der Religionsſtunden noch übrig bleibenden Unterrichtes ſowie überhaupt zur Aushilfeleiſtung der Lehramtsacceſſiſt Heinrich Peth, bis dahin in Gernsheim, beauftragt. Der von Stadtpfarrer Dingeldey in Stellvertretung Schwabe's erteilte Religions⸗ unterricht mußte während des Sommerhalbjahres teilweiſe ausfallen, da Pfarrer Dingeldey ſelbſt erkrankte.

Der zu militäriſchen Dienſtleiſtungen am 31. Mai 1888 einberufene Kollege Dr. Baltz erkrankte während der Dienſtzeit an einer langwierigen entzündlichen Krankheit des Kniegelenkes;