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Weiſe der Schule wie den Urhebern zur Ehre gereichen; für alle dieſe Beweiſe des Wohlwollens hat die Anſtalt herzlichſt gedankt; es erübrigt nur noch nachträglich den wärmſten Dank auszuſprechen für eine Stiftung, durch welche viele frühere Schüler ein neues Denkmal ihrer anhänglichen Ge⸗ ſinnung errichtet haben. Herr Bankvorſtand Wortmann dahier überreichte als Ergebnis einer Sammlung in Kreiſen hier wohnender alter Schüler einen Geldbetrag mit der Beſtimmung, daß unbemittelten Schülern durch eine Beiſteuer aus den Zinſen die Teilnahme an größeren Klaſſen⸗ ausflügen ermöglicht werde.
Durch freundliche Vermittelung des Herrn Dr. Adolf Mettenheimer dahier empfing die Direktion am 27. März 1888 von jetzt in Amerika lebenden ehemaligen hieſigen Realſchülern die Summe von 745 ℳ. 35 ₰ als nachträgliche Feſtgabe zu der vor einem Jahr begangenen Feier des 50jährigen Beſtehens der Anſtalt. Die von rühmlichſter Pietät zeugende Gabe war von folgendem freundlichen Schreiben begleitet:
An wohllöbliches Direktorium ꝛc.
Als vor Jahresfriſt das 50jährige Jubiläum des Beſtehens Ihrer Anſtalt gefeiert wurde, über⸗ reichten Ihnen einige der jetzt in Chicago lebenden früheren Schüler eine Summe mit der Beſtimmung, dieſelbe nach eigenem Ermeſſen für die Schule oder deren Schüler zu verwenden. Unterzeichnete brauchen wohl nicht zu verſichern, daß ſie ſich gerne den Chicagoern angeſchloſſen hätten, aber ſie erfuhren leider erſt dann von dem löblichen Unternehmen, als es ſchon zu ſpät war.— Doch reifte in uns ſofort der Gedanke, in ähnlicher Weiſe wie die Weſtlichen unſerer treuen Anhänglichkeit an die liebe und verehrte Schule, der wir Alle ſoviel verdanken, Ausdruck zu geben. Betrachten Sie deshalb beifolgende kleine Summe, die wir in ähnlicher Weiſe wie die vor Jahresfriſt von Chicago übermittelte zu verwenden bitten, als einen Beweis, daß weder Zeit noch Raum in uns das treue Angedenken an Ihre Anſtalt, in der wir die ſchönſten Jahre unſerer Schulzeit verlebten, hat auslöſchen können.
Wenn unſere Gabe auch erſt ein Jahr post festum eintrifft, ſo dürfen wir doch überzeugt ſein, daß ſie im gleichen Geiſte aufgenommen werden wird wie die erſte amerikaniſche, namentlich da durch dieſelbe der urſprüngliche Fonds in einer Weiſe vermehrt werden wird, daß durch denſelben ein blei— bender Nutzen erzielt werden kann.
Mit der Verſicherung unſerer höchſten Achtung zeichnen in alter Treue:
New⸗York, im März 1888.
Dr. W. Mettenheimer, New⸗York. Dr. W. Simon, Baltimore. W. Heil, New⸗York. F. Eißner, New⸗York. H. Kämmerer, New⸗York.
Laut eines anliegenden Verzeichniſſes haben ſich an der Schenkung außerdem nachfolgende Herren beteiligt: H. Lips, New⸗York; G. Kämmerer, New⸗York; F. und A. Schieffer, Brooklyn; A. W. Bramm, Brooklyn; A. C. Scharmann, Brooklyn; H. Goldmann, New⸗York; Dr. W. Dickoré, Cincinnati; Dr. H. Weidig, Philadelphia; Gebr. Kreuder, New⸗York; W. Jughardt, G en W. Löber, New⸗York; C. Georgi, New⸗York; Chr. Horeyſeck, New⸗York; G. Arnold, New⸗York; G. L. Buff, Boſton. 3
Nachdem Se. Kgl. Hoheit d Großherzog beide Schenkungen genehmigt und die vorgeſetzte Behörde die Verwendung des Zinſenertrages gebilligt hatte, wurden dieſe von den Herren Wort⸗ mann und Mettenheimer überreichten Beträge zu einem Stiftungskapitale vereinigt und in Gemäßheit Beſchluſſes der Stadtverordneten⸗Verſammlung bei der hieſigen Stadtkaſſe verzinslich angelegt. Bei Gelegenheit der in dieſem Sommer ſtattfindenden Schülerausflüge werden die mittler⸗ weile erwachſenen Zinſen zum erſten Male zur Verwendung kommen. Den hochſinnigen Gebern auch an dieſer Stelle iientlich den herzlichſten Dank der Schule auszuſprechen, iſt uns eine ange⸗ nehme Pflicht.


