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a) Das Epitheton steht attributiv neben einem periphrastischen Gesamtausdruck.
Daſs dieser Gebrauch auch den einfachen Adjectiven nicht fern liegt, dürfte sich von selbst verstehen; vgl. auch die angeführte Homerstelle. Bei Aeschylus findet sich Folgendes:
oA⁴ετemν μιεον αάᷣ́uᷣα unglückliches Bürgerblut. Ag. 690.— Xxlα.⁴ἀέσω xãrον 0T0„ ib. 1111.— oixeix xενρν ⁵ο ib. 1174.— νο μαἀα ν⁴νς Ch. 316.— vg0 dyouα pydνο Pr. 316.—&2αa TreOνιν Oaai rasche Flügelschläge. ib. 125 und τεοOχάνά*α dοαια‿αα ib. 129.— Ghανπα ⁴ν νενοο das blinde Menschengeschlecht. ib. 546.— 1a.νάαχαον Mlov&dos Ag. 636. Fr. 40.— 1oyos 100„ Sõ0 Fr. 19.— dμαον νν⁴μα α‿dοονsς die unwiderstehliche Meereswelle. Pers. 90.— G&llων αdονα υμαεα o⁴ουραρσ dHavdvra vom Meere hin und her geschleuderte, sehr blutige Freundesleichen. ib. 273.— I4xατν eu àgooxtroves weichdeckige Ruhebetten. ib. 542.— x.eυνωαο Aoyelcw droaris das schwer- gerüstete Argiverheer. Sept. 59.— dουοτννν oονσνεέεασν οτνατε Ag. 630.— Auςναρωυν oroaros Gru„νανοσα die männerhassende Amazonenschar. Pr. 721.— Alyουουν drdορνιν οοαꝓ⁶ε Fr. 196.— dαe⁶ο⁶οσιο Tvvddνs 4π000„ aεαν das männlich denkende(Mannesrat habende), hoffende Weiberherz. Ag. 11.— eugcaiis Lelo dvναeæros die vielgeliebte Herrscherhand. ib. 34.— 99ν0s 6οσερμ oonaiα dναeννοο νieoς Sinnesänderung. ib. 205.— 6eαο⸗—œœαwrrdoœu edαιιν⁷ leicht überredende Trammerscheinungen. ib. 261.— alνrx rolßa giow ein unglückliches Lebensloos. ib. 444.— d„ ℳℳοmν ⁹νωσπιο νσοο die herzzernagende Liebesblüte. ib. 715.— o⁴‿ν π Oow- wLa⸗ loονQννs xiuls Teeeee ee reichlicher, stets erneuter, silbergleicher 39 Furpur. saft. ib. 923.— dGαGQ0000,επηςoMd õoααrν Verwandtenblut-Ströme. ib. 1471.— 16 Kuod⁵ alu Ʒααμον das blutsverwandte Mutterblut. Eum. 643.— μ1 G% ενeσ– 6Oη/q lG, a⁵αανς hauserschütterndes, blutiges Regengeprassel. Ag. 1495.— 900105„ raunν xœ αανονοοmσ Zelo die freche, zu Allem bereite Menschenhand. Ch. 372.— ybvdtmυν ατιανιέννιααα ⁶τ⁶‿αοε eine ver- wandte Frauenschar. Suppl. 900.— G⅙☛οό αχσαἀςłrſνeννοο die grausame Keilspitze. Pr. 64.— aν⁴ετιν⁸ε 2uν2os Mov die allsehende Sonnenscheibe. ib. 91.— Hierhin gehört wohl auch xovric uiroν dn,αν⁵ν εανα zahlloses Wellengekräusel(oder Wellenblinken?) des Meeres. ib. 90.— Ae2ιeι⁶οο ππέιιονς έαι mit Abundanz des zweiten Gliedes: süſse Ueberredungssprüche. ib. 174.— Taοτ⁴ανοσ αε‿‿έαινμα 2ᷣνυνενμαμμν sder schwarztiefe Tartarus- schlund. ib. 222.— ur uuxot deonaiot sonnenlose Höhlenwinkel. ib. 455.— IouoOOron vãua IIoε‿ντιιν τον die goldführende Plutonfluſs- Strömung. ib. 804.— g00"T,s Auee᷑nu drεοανον unerbittliches Donnergrollen. ib. 1061.— gAlαες Grεοοσσmſ¶ ⁸ᷣπσν³⁶οο die sehr feurigen Blitzstrahlen. ib. 1084.— dεeάιραοον παντονι παε⁴⁶ον die delphintragende Meeresfläche. Fr. 150.—
b) Freierer Gebrauch der traiectio.
Wir begreifen hierunter also die Fälle kühneren Gepräges, in denen das Epitheton nicht etwa bei einem Gesamtausdruck(Subst.+ Gen.) steht und sich dann in nicht sehr auffallender
*) Eigentlich: gleichsam Silber, wie Clemm als die ursprüngliche Bedeutung der Composita mit 700- gezeigt hat in Curt. Stud. VII, 90. **) Man vergleiche T 362:„A‿ααα ⁴ε πκυααᷣ ννε mᷣα mit der Anmerkung von La Roche zu der „Stelle. Schillers:„Es lächelt der See“! Andere Beispiele dieser Art von Personification s. bei Hense a. a. O. 260— 266.


