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Weise an das regierende Substantiv grammatisch anlehnt, logisch auf beide bezieht, sondern in denen wir bei der Uebersetzung das Epitheton ohne Weiteres zu dem abhängigen Genetiv zu ziehen haben. Alle Aenderungen, die man in Verkennung dieses Gebrauchs begangen hat, sind aufs strengste zurückzuweisen, da derselbe, ohne daſs sich Grenzen dafür ziehen lassen, nicht anzuzweifeln ist. Wir stellen wieder die Beispiele von einfachen Adjectiven an die Spitze:*λυς παοτον uν Stätte groſsen Reichtums. Pers. 250.— dexdrc—εꝓsρννιαι Lrowe in diesem Lichte des 10. Jahres. Ag. 482. Der sonst so conservative Kirchhoff nimmt gegen die Autorität des M dezdrov auf.— de⁴ρς ⁸⁴αωε ανοιν eines königlichen Mannes Leiden. Ch. 1067.— Aανοω᷑hͥZpdα οον ow das bestimmte Sühnopfer für den Muttermord. Eum. 320.— pwxss v 2*αονι§εουεν. Dafür schreibt man jetzt eur**αmt: Ruhm einer mutigen Seele. Pers. 29.— d⁴⁶⁴,νι hdeν εο Täuschung eines ränkeschmiedenden Gottes. ib. 105.— α οεέμόάιν mεααςοινοο ιai die Bitten der händeringenden Jungfrauen. Sept. 157. So ungefähr auch der Schol.: luere*/*⁴ένρνν εᷣωmα⁶e ele dαeον deνενονοσν rd Neloae.— Tdρ ρνρα daν dοοeανκα die Rüstungen der speergetroffenen Feinde. ib. 260.— Zugleich Beispiel für die Hypallage bei einem simplex: gAaxlh alμαακεααασασα τννν ενπιιαάει⁶ωeēĩQ(dortroegel das Ge- wimmer der blutigen, neugeborenen Säuglinge. ib. 331.— eι⁶σοσφ ⁶⁵μαν σέ⁴̈νιαστοο ατοxατeνοσ der Tod zweier blutsverwandter, sich selbst gegenseitig tötender Männer. ib. 664.— Auch ib. 893 ff. kann ich mir nur mit Zuhülfenahme dieses Sprachgebrauchs erklären: dœτο„ιονσ ντ³οτονοο, auon⁷μά̈μ, dαᷣoςουν, bd Gdlοyαm̈⁴.... rotvde duοεν e ‿ουν αdοτονos, arom εαν und dardoοαν*ν) können bloſs die feindlichen Brüder sein, welche durch sich selbst Jammer und Leid haben und einander feindlich gesinnt waren.— Hαέο, ½⁷⁴³‿μυντοε Ʒeωι*ρ ‧ε ddeloie die Klage der allein weinenden Schwester, oder(mit Abundanz des zweiten Gliedes auf Grund der figura etymologica) der Schwester allein. ib. 1049.— Die Geier, denen ihre Jungen geraubt sind, kreisen um das Nest xmr‿ιαα³εοςι dνevά-e aldwν. Ag. 49. Schol. rolg 6005. Keck versucht darzuthun, daſs hier von einem„einsamen Schmerze“ die Rede sei, von einem Leid, das in der Einöde noch ergreifender gedacht werde. Aber ist es wirklich notwendig, so weit nach einer kaum passenden Erklärung zu suchen, wo an dem Schmerze um die Jungen, die aus dem Wege geräumt sind, kein Anstoſs genommen werden kann?— Gleich darauf 53 wird von den Geiern gesagt, sie hätten verloren deνκμν⁴ανοmνον dοταᷣαν. Heiſst deuννor.„nesthütend“ oder„im Neste gehütet“? Der Accent kann uns keinen sicheren Anhalt geben, zumal bei der Ungenauigkeit der alten Grammatiker in solchen Einzelfragen**). Auch könnte hier schon die Analogie der Adjectiva auf νε(alo) mitgewirkt haben. Die Lexica bieten:„nesthütend“. Dann hätten wir ein kühnes Beispiel von Personification, oder eine Verbindung, wie die S. 11. 12 behandelten:„die im Hüten des Nestes bestehende Mühe“, eine Erklärung, die sich auch bei Enger***) findet. Aber unseres Erachtens liegt nicht der mindeste Grund vor, die Erklärung des Schol.: rον εν τοςι dε‿μμονεοιςι τιοιιέον anzuzweifeln: die Geier haben die Mühe, die
*) Diese Aenderung statt des überlieferten da⁵νν fordert das Metrum; der Bedeutung nach würe es schon zu ertragen. Ueber die Ableitung etc. von dαloωοwerweise ich auf W. Clemm de compos. S. 17, wo man alles Bezügliche zusammengestellt findet.
**) Ueber diese schwierige Frage hat zuletzt gehandelt Leopold Schröder in Kuhns Zeitschr. XXIV, 101— 128, unseres Erachtens mit dem Ergebnisse, dafs sich kein consequent durchgeführtes Betonungsgesetz ergiebt. Wenig- stens kann man ein solches, das fast nur Ausnahmen zu constatieren hat, nicht so nennen.
***) Derselbe sucht sein Schwanken zwischen activer und passiver Bedeutung durch die absonderliche Be- merkung zu verdecken:„Bei den Tragikern sind die adjectiva composita keineswegs auf die active und passive Bedeutung beschränkt, sondern sie haben eine ebenso weite Bedeutung wie deutsche Substantiva als erste Glieder
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