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(Als Beilage zum Programm des Grolsherzoglichen Gymnasiums in Gieſsen 1881/82.)
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Univ.-Bih 117. I. Giossen
8. 2ee
Ueber den
freieren Gebrauch der zusammengesetzten Adjectiva bei Aeschylus.
Von Dr. Peter Dettweiler.
Die Arbeiten auf dem Gebiete der griechischen Composita in den letzten zwei Decennien*) haben es bewirkt, daſs diese Specialforschung in der Geschichte der Wissenschaften sich einen dauernden ehrenvollen Platz errungen hat. Indessen haben sich dieselben vorzugsweise mit den formalen Fragen beschäftigt und die Bedeutung, den eigentümlichen Gebrauch derselben, wie es bei dem groſsen Umfange dieser Materie, die sich zunächst bloſs in Einzeluntersuchungen auflösen konnte, natürlich war, einer näheren Betrachtung nicht würdigen können. Gegenwürtig scheinen die oft erörterten Fragen nach dem verbalen oder nominalen ersten Gliede und die mit vielem Scharfsinn geführten Untersuchungen über die Verbindung der Compositionsglieder durch die Arbeiten von Clemm, G. Meyer und Osthoff zu vorläufigem Abschluſs gebracht zu sein, und man beginnt die Resultate dieser Forscher zu verwerten oder auch in Mono- graphieen weiteres Material zusammenzutragen, weitere Beobachtungen anzustellen. So kann es nicht unnütz sein, die einzelnen Schriftsteller auf ihre Fertigkeit im Wortbilden und ihre Abhängigkeit von einander zu untersuchen; aber eine höhere und lohnendere Aufgabe scheint es doch zu sein, wenn man an der Hand der formalen Composita-Forschungen die Fülle von kühnen Wortverbindungen zu erklären und zu sichten sucht. Eine innere Erklärung der Com- posita ohne einen Einblick in die Geheimnisse der Sprache muſste stets eine unsichere, ja oft
*) Vgl. W. Clemm, Die neuesten Forschungen auf dem Gebiet der griech. Composita in Curtius Studien VII, 1 ff. 1
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