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im Denken an die Leiden besteht. ib. 167.— αœόννοε ⁶σιααοσι ϑα Strafen des Haupt- abschlagens, Augenausstechens. Eum. 184. Alle diese Genetive sind genetivi definitionis.—
Hierher rechne ich auch eine Reihe von Wortverbindungen, zu deren Uebertragung ins Deutsche man gewöhnlich ganzer Sätze sich bedienen zu müssen glaubt, die Kürze der Dichter- sprache dabei rühmend, welche einen ganzen Satz durch ein einziges Wort auszudrücken im Stande sei. So erklärt man Sονενιννιπιοσ*m10ιιαα„der Tag, an dem Stiere geopfert werden“. Gewils läſst sich niemals leugnen, daſs dies den Sinn ungefähr richtig trifft, nur hoffe ich zeigen zu können, daſs die hier in Betracht kommenden Composita activisch und nicht passivisch aufzu- fassen sind, daſs also jene Interpretation, weil sie die passivische Deutung annehmen muls, falsch ist. Aufserdem habe ich es— offen gestanden— nicht gewagt, für den freieren Ge- brauch der Composita eine Kategorie aufzustellen, wie sie für diese und ähnliche Verbindungen z. B. Römheld*) beliebt:„Die Composita sind teilweise durch Relativsätze aufzulösen“. Denn ich fürchte, daſs man durch derlei rein äufserliches Schablonenwesen, wie es dem feinen griechischen Sprachgefühle sicher nie innewohnte, der Interpretation eines Dichters— und das kann doch, wo es sich um einen Gebrauch der Composita handelt, nur Endzweck dieser For- schungen sein— mehr schadet, als nützt. Ja könnte man vielleicht nicht schon uns den Vor- wurf machen, daſs wir die Ursprünglichkeit des„dichterischen“ Gedankens in Prosa verwandelt? Immerhin, aber wir sind uns bewulſst, an dem poetischen Ausdruck lange nicht so zu rütteln, wenn wir das g009 TO 7l⁵εοα mit„Tag des Stieropfers“ geben, als wenn wir in jener Weise ver- fahren wären. Wir sind also der Ansicht, daſs 8oı*νos gerade so wie in den oben vorge- brachten Verbindungen den Genetiv 1⁰5 dlεuν nebst Object gote vertritt. Etwas Auffallendes kann nicht darin liegen; daſs aber die active Bedeutung hier am Platze ist, zeigt unseres Er- achtens schlagend Suppl. 672: Die Bewohner von Argos sollen die Götter ehren d⁴αααννρσαοις 9⁰ ντN rMls. 9⁰1rog kann an und für sich activisch und passivisch sein. Hat aber schon Jemand daran gezweifelt, dals wir den Nominativ dσνςσοοε zu schreiben haben?**) Niemals! Demnach kann also kein Zweifel über die richtige Erklärung aller ähnlicher Ausdrücke sein. Wir haben es hier zu thun mit„Ehrenbezeugungen, die im Tragen von Lorbeerkränzen und Opfern von Stieren bestehen“***).— Ebenso 90ιτοσι εν τm⁴μααοαυν Ch. 253.— 2000 1Mα Tag des Fleischzerhauens, Opfertag. Ag. 1563.— Die Blutschuld des Orest wird ausgetrieben durch Schweineopfer: 2ᷣ᷑νιαιο⁵ς τοαοατνυοα Reinigungsgebräuche des Schweinetötens. Eum. 279 †).— Endlich möchte Pr. 532 der Chor nicht müde werden, sich den Göttern zu nahen 61lςα mσισυσασι ισνοοςα mit heiligen Opfermahlzeiten, die im Stierschlachten bestehen.—
Die zuletzt behandelten Composita vertreten in ihrem verbalen Glied stets den Genetiv ihres Infinitivs. Der Genetiv eines nomen(Partic.) agentis nebst Object liegt vor in: ⁶ειμιμα̈νοεα zauαe³ αάeogöva die Leiden zweier sich selbst(gegenseitig) tötender Männer. Sept. 831.— rioοο αρα⁴⁴ἀeεοες Tritte der ihren Gatten liebenden Helena(so lange sie nämlich noch die sitt- same Frau des Menelaos war). Ag. 395. Ebenso von der Klytämnestra rà½οꝓmπiṽ.q2dvodes. ib. 820.—
*) a. a. O. 198 ff. Sämtliche unter dieser Rubrik aufgeführten Composita lassen sich viel leichter auflösen, so gleich die mit æ privativum: deναιιμιο ναα‿εννιοσ Weg ohne Rückkehr(Römh. unde nemo redeat) u. s. w.
**) Dies erkannte schon sehr richtig Lobeck ad Soph. Ai. p. 229. 230. Vgl. auch 6 α 005 αeφααοωπα S. 10.
**) Die vorgetragene Ansicht teilt auch Wilhelm Clemm, mein hochverehrter Lehrer, dem ich für die mannigfachen Winke, die er mir jetzt wie immer hat zu teil werden lassen, auch an dieser Stelle meiuen Dank auszusprechen für eine angenehme PHflicht halte.
†) Dagegen TοανGꝙν¶˖0οc0% Fr. 340. Vgl. oben S. 8.


