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Dem Dichter jedoch, der nach groſsen, tiefen,„innerlich starken“ Worten strebte, konnte dieser verhältnismäſsig leichte und einfache Gebrauch nicht genügen: die vieldeutigen, vielsagenden Composita schienen ihm geeignet der Rede das aristokratische Gepräge zu geben, das des Hörers, des ochlokratischen Pöbels spottete. Rühmen ja schon die Alten an ihm: G⁶eε‿.άν εeνν „, o‿μαάση⁴αοσm νᷣ dsνα ο αμαν ⁶ιιοαα Anecd. Bekk. p. 351, 4, was sich nur auf den Ge- brauch und die Bildung seiner Composita bezieht. Gemäſs der Mannigfaltigkeit der Verhält- nisse, welche schon ein und dasselbe zusammengesetzte Adjectiv selbst mit demselben Accente ausdrücken kann, Verhältnisse, die erst durch sein Substantivum oder durch den Zusammenhang klar werden können, unterscheiden wir bei Aeschylus, soweit ein Compositum einen Genetiv vertritt, folgende Verschiedenheiten:
a) Das Compositum vertritt als Adjectiv den Genetiv des durch das Ganze ausgedrückten Substantivbegriffs.
rιναχοασι αeνο‿‿= ονια³νꝙ das Tummeln der Wagenkämpfer. Pers. 97.— r πα geAe a‿αν= aνμιν sc. 89 ◻ν die zahlreichen Waffen eines aus vielen Völkern zu- sammengesetzten Heeres. ib. 267. Eine andere Erklärung verbietet das gute Scholion: ⁶αeον 80„. Aufserdem heiſsen auch 884 die xlαονυνο πνιαμο Schon dies Scholion hätte Frey darüber aufklären müssen, daſs man zur Erklärung doch eigentlich nichts beiträgt, wenn man aus allen Enden Beziehungen zusammensuchen muſs,„von denen auf andere trajiciert sein soll.“ Bei ihm heiſst es nämlich zu der Stelle: Geschosse heiſsen mannigfaltig, weil das Heer ædμιοι§õst. Die Gewilsheit dieser neuen(2) Thatsache hat unseres Wissens noch Niemand bestritten, allein reicht dieselbe auch aus, entspricht sie auch dem Aeschylischen Sprach- gebrauch und der Auffassung seiner Hörer?— dyriruxovy oder, wie Dindorf aus guten metrischen Gründen schreibt, vrlavovwy deμα die Gestalt des Gegners. Sept. 504.— 2ard ανιαριό2αα νεα die Brust lieblicher, tiefgegürteter Frauen. ib. 843. 8.αια. steht nur bei Personen.— dyvd ν αἀαοσασοο αdd— so lese ich mit den Handschriften— die Stimme der reinen, jungfräulichen Maid.(Schol. ATeværoc, αοανεενειας). Ag. 228.— Teilweise simplicia: doxοτοα νονσ τε œ oyxiοαναε—ε) vM‿⁵ἀaαα ϑ˙ν οαιιςμς Gedränge von Schild- und Lanzenträgern und Ausrüstungen von Matrosen. ib. 388. Ebenso rοατoς vu‧drag das Heer der Matrosen, die Flotte. ib. 948.— x½̈ ννν εαια̈qmτ.⁴2eά⁰ο⅙χvo–UDg6σ Leid der Duldenden. ib. 413**).— vαοας lοσα Leben des Gerechten. ib. 741.— 2ʃτ ϑOↄmlerν*νιειοοο das Lager eines Unfreien⸗ ib. 1456, 9⁴᷑eυαντνο öμεμεμινεεο 1482, αeναεοο οωεε 1455.— οveels Tevα ‿εσσηι⁴³ο*e) die Künste der vieldeutigen(spruchreichen?) Wahrsager. ib. 1088.— aldara eudννοαα wdie Blutströme der eines guten, leichten Todes Sterbenden(Kassandra). ib. 1247. 209„. kann nur karmadharaja sein, sich also nur auf Kassandra beziehen. Nur aller Gesetze der griechischen Composition Unkundige konnten es zu einem bahuvrthi machen; so Dindorf in seinem lex. Aesch.: facilem mortem afferens.— H.[εάοαπσναέσ⁵α 56ς Gang der Prophezeiung. ib. 1108.— daærud-
*) Vgl. æ226νοςα S&ꝓ νεεασν 167.
**) Das Wort ist gegen unverdiente Angriffe gesichert worden von W. Clemm, de compos. sqq. p. 122. 164, der es mit patientem animum habens erklärt.
*nn) Die Codd. haben 9εσαπαιαν auf das folgende ον bezogen. Auch diese seit Hermann übrigens fast allgemein verworfene Lesart würde unserer Rubrik beizuschreiben sein: Furcht vor den Schicksalssprüchen. Früher wollten Manche sogar den Gen. 9εσmαχιόααρ6 ν, der ja logisch vorhanden ist, in den Text setzen!


