Jahrgang 
1882
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weniger offenbar ein attributives Adjectivum für den Genetiv der gewöhnlichen Sprache steht und zwar in der mannigfaltigsten Weise. Schon die Grammatiker*) lehren, daſs ein Genetiv ja syntaktisch nur ein anderes Mittel ist, das attributive Satzverhältniſs auszudrücken, als ein Adjectiv*). Ja dieser Gebrauch ist selbst nicht ohne eine Begründung geblieben, die ihn auf den ersten Ursprung der Sprache zurückführt! Hat doch Georg Curtius***) mit grölster Wahrscheinlichkeit gezeigt, daſs das Genetiv-Suffix und dasjenige in den Adjectiven auf 40 identisch seien, daſs also lxos αατος und olxο ααοοα nur andere Wege sind, welche das- selbe ausdrücken. Von diesem Standpunkt aus erscheint also natürlich und erklärt sich ohne Weiteres das homerische dοαον*mμαο und andere Adjectiva, namentlich in Verbindung mit hudo, daselbst. Teils Nachahmungen dieses uralten Gebrauchs, teils Erweiterungen sind bei Aeschylus: doë³ον εννν das Joch der Sklaverei. Pers. 52). Sept. 75. 454. 776. Ag. 917. 1180. dorlοs aloa das Loos der Sklaverei. Ch. 70. Hier vertritt also das Adjectiv den Genetiv eines Abstractums. Anders dοοαι εο εν σςεν Ag. 1038 selbst in der Seele einer Sklavin. Ohne hier auf Vollständigkeit Anspruch machen zu wollen †r), noch einige mehr Aeschylische Bei- spiele: 2εανιιιο ε Donnerschläge. Sept. 413. 0r6406uετεοοοσ vdος Zug unserer Schiffe. Suppl. 2. d⁴ ννν Reif des Morgens. ib. 25. deomσ⅔ςανσνοοι ναναα Zwang der Herren. Pers. 585. Gοοσσο Wacht eines Jahres. Ag. 2. dHyαννο ⁴εμ Götter des Markts. ib. 491. dais ⁴ααεεααν αενν Mahl vom Fleisch der Knaben. ib. 1564. 9 α¶ĩ‿ωος der Tiere Bild. Ch. 224. v60 i⁶νυιιοο Klage der Nachtigal. Fr. 420. Als Beispiel für den Gebrauch von Gen. und Adjectiv neben einander: goν‿‿αεκυμα μεν τ ATov, IMIoalorον elo. Pr. 618. Der Gebrauch ist jedoch nicht auf die Adjectiva auf 10- beschränkt, sondern wird von da auf andere übertragen. Dem vοτιι⁵ον μάα bei Homer nachgebildet ist z. B. v6⁶Hν gdοοα. Pers. 260. Auſserdem vergleiche man:&αιοη αeναα Kunde von der Einnahme. Ag. 10, und ähnlich dεοις πααν Sept. 618. A.ααmωM òõo0zã0₃᷑xgr Todesloos. Ag. 1230, 9αmπα⁴ςοηοο Totenklage. ib. 1399, 26 ⁶Q8ꝙ dyoeruœra Netze des Geschicks. ib. 1001. vnOανᷣεεεᷣ αιτα das Gestein der Insel. Pers. 388. dενκι⁴⁶⁵ιντιςι μςα die Zeit der Bäume. Fr. 41). 16 voOο 46005 Geschick der Steinigung, Steinigungstod. Sept. 181. Auch die Vertretung eines In-

finitivs im Genetiv geschieht durch ein Adjectiv: οαι‿ μηπ⁴☚η 2ωνπτ/ν˙0 manches Lösemittel. Eum. 636.

*) Vgl. besonders R. Kühner ausf. Gr.* S. 222 225, wo auch die Beispiele aus Homer am vollstündigsten gesammelt sind.

**) Dasselbe haben neuerdings, wenn auch bei anderen Anlässen, G. Meyer in Curtius Stud. VI, 250 ff. und W. Clemm ebendaselbst VII, 84. 85 ausgesprochen.

**n) Z. Chronol. S. 74. Anders Benfey, Ueber d. indogerm. Endungen des Gen. sing. ians, ias, ia. Göt- tingen 1874. 3

) Ich citiere die erhaltenen Aeschylischen Stücke nach der neuen Ausgabe von Kirchhoff, weil mir die- selbe gerade wegen ihrer conservativen Behandlung des Textes die bequemste ist, und weil ich dadurch schon den Standpunkt präcisieren möchte, den eine Arbeit wie die vorliegende dem Texte gegenüber einzu- nehmen hat; kann es sich hier doch nur darum handeln, sichere, zweifellos Aeschylische Lesarten zu betrachten. Wo wirklich wahrscheinliche Verbesserungen gemacht worden sind, wird man sie im Groſsen und Ganzen nicht unbeachtet finden, wenigstens konnten die uns zugänglichen und deren Zahl ist Legion manchen Fingerzeig zur richtigen Erklärung bieten. Die Fragmente, sowie Soph. Eur. sind nach Dindorf citiert.

†r) Ueber einige andere ohne Zweifel den Genetiv vertretenden Adjective, wie απιοο ⁴Gν000, iο u. a. vergleiche man die Lexica. Dabei kann ich nicht verschweigen, daſs das lex. Aeschyleum ed. Dindorf mir ebenso gute Dienste beim Nachschlagen, als schlechte für die Interpretation bieten konnte.

rrt) So nach der Besserung Hermanns aus deνιρων ις.