Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des Erzbischofs Heinrich III. von Mainz
Entstehung
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§ 3 Heinrichs Wirksamkeit als Bonner Propst. Über Heinrichs Thätigkeit vor seiner Erhebung besitzen wir nur wenig Material. ¹1) Ob er mit dem 1306 nachweisbaren Heinrich von Virneburg, der das Archidiaconat von St. Mauritius zu Trier begleitet, ²) identisch ist, kann ich nicht entscheiden. Sicher hat er 1313 die Pfründe des Kölner Domscholasters inne.²) In diesem Jahre noch oder zu Anfang 1314 erhielt er dann die Würde eines Propstes von St. Cassius zu Bonn;4) damit zählte er zugleich zu den Archidiaconen der Kölner Erz= diöcese. Als Propst von Bonn ist Heinrich Zeuge, bei den Verabredungen,) die Herzog Leopold von Osterreich am 9. Mai 1314 anlässlich der Wahl seines Bruders Friedrich mit dem Erz- bischof von Köln trifft. Auch als Friedrich in Bonn die deutsche Königskrone empfängt, ist Heinrich anwesend.6) 1320 verspricht?) er zusammen mit den Rittern Friedrich von Ehrenberg und Heinrich von Hüchelhoven der Stadt Köln bis zum 5. Oktober 1320 die Ausführung des Schiedsspruches vom 7. Juli desselben Jahres zu erwirken; in diesem hatten Bischof Adolf von Lüttich und Graf Gerhard von Jülich erklärt, dass Erzbischof Heinrich von Köln die von Klerus und Bürgerschaft gegen sein Verfahren eingelegte Berufung als kanonisch anzuerkennen habe. Noch einmal, um dies gleich hier zu erwähnen, ist Propst Heinrich in den Zwistig- keiten zwischen dem Erzbischof und der Stadt Köln thätig. Am 24. September 1328, also kurz vor Heinrichs Ernennung zum Mainzer Erzbischof, transsumierts) der Notar Gerhard de Zulo in Gegenwart der Pröpste und Archidiacone Heinrich von Bonnꝰ) und Johann von Xanten er ist der Bruder Heinrichs sowie der Decane Kölner Stifte die von dem städtischen Pronotar Meister Arnold Nicolai präsentierten Verträge, die zwischen Köln und dem Erz- bischof am 17. und 21. September 1328 geschlossen wurden, und beurkundet, dass die Zeugen eidlich sich verpflichtet hätten, deren Ausführung zu erwirken. Es verdient Beachtung, dass

¹) Folgende Urkunden, die Heinrich als Propst von St. Cassius ausstellte, vermochte ich ausfindig zu machen. 1316 März 5. Heinrich und sein Stift verzichten auf ein Stück Weingarten, welches zur Immunität des Minoritenklosters zu Bonn gezogen und gerottet worden, gegen Entrichtung von 14 M. Orig. Reg. Düssel- dorf Nr. 55 St. Cassiusstift. 1318 September 8. Heinrich verpachtet die Fruchtzehnten zu Ersdorf, Altendorf und Merle den drei Erben des früheren Pächters Johann von Merle, Johann Matthias und Goblin zu Leibgewinn ebend. Nr. 58a. 1319 Juni 3. Ruprecht, Graf von Virneburg und Wied und seine Gemahlin Agnes versetzt mit Willen seiner Mutter Kunigunde von V. und im Einverständnis Heinrichs des Kölner Erzbischofs, Heinrichs des Propstes zu Bonn und Archidiacons zu Köln, und Johanns, Propstes zu Kerpen seiner Brüder und seines Sohnes Heinrich dem Godevard von Sayn seinem Neffen, dem Sohne Engelberts von Sayn, die Burg zu Niederwied um 3368 ½ M., die der Erzbischof und Ruprecht von dem Hause Volmundstein dem von Sayn, schuldig sind(Rhein. Antiqu. III Abt. 3 Bd. S. 19). 1320 März 22. Heinrich und sein Kapitel geben die obengen. Fruchtzehnten nunmehr in Erbpacht Orig. Reg. Düss. Nr. 58 b. 1320 Oktober 13. Die Pröpste Heinrich von Bonn und Johann von Kerpen sowie Ruprecht Graf von Virneburg, Konrad und Eberhard von Tomberg treten dem von dem Grafen von Jülich verkündeten Landfrieden bei. Mitt. Köln. Stadtarch. V 43. Enn. u. Eck. IV 87. 1323 Mai 7. Schöffen, Rat und Bürger von Bonn treffen mit dem Propst Heinrich eine Einigung, dass alle Bonner Bürger, die innerhalb der Herrlichkeit des Propstes und namentlich zu Bonn und Endenich Weingrundstücke und sonstige Güter besitzen, die dem Propst schutzpflichtig auf den Morgen bestimmten Zinsen jährlich entrichten sollen, so- wie dass alle Bürger Bonns, die schutzpflichtige Güter künftig daselbst erwerben, dem Propst den Schutz gleich anderen alten Eingesessenen zu entrichten haben. Orig. Reg. Düss. Nr. 614.(Auf diese Urk. bezieht sich Vogel Chorographie von Bonn S. 139.)

²) Rhein. Antiqu. III Abt. 3 Bd. S. 1. ³) Lacomblet III 90. 4) 1313 März 8. ist noch Reinhard von Westerburg Propst; denn dieser trifft da mit seinem Kapitel Bestimmungen inbetreff des Kirchen- und Chor- gottesdienstes. Orig. Reg. Düss. 52 St. Cass. Vergl. auch die beiden folgenden Anmerk.

³) Reg. S. 235 nr. 9.) Ohlenschlager Note S. 74. Vergl. auch Neu. Arch. XXIII S. 310 u. 313. *) Mitt. Köln. Stadtarch. V 42; Enn. und Eck. IV 85. ¹³⁵) Mitt. Köln. Stadtarch. V 68; Enn. und Eck. IV 146 mit falsch. Dat.

*) In einer undatierten Urk. Enn. u. Eck. IV 148 sprechen Johann von Cleve Domdechant und Archi- diakon, Heirnich, Propst zu Bonn und Archidiakon sowie andere in einer Klagesache des Ritters Conze von Vyschenich gegen den Erzbischof von Köln.