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Heinrich und seine Helfer solange unterstützen, bis der Grund der Zwistigkeit beseitigt ist. Nur nach einer Seite hin geht das Domkapitel in seiner Gegenerklärung über Heinrichs Urkunde hinaus; es verpflichtet ¹) sich nämlich keinen Bann und Brief, keine Sentenzen und Processe wider den Erzbischof von dem Papste oder dem Stuhl von Rom entgegenzunehmen, zu lesen oder in einem der vorgenannten Schlösser verkündigen zu lassen. Am 25. Oktober 1337 sprach dann Reinhard von Westerburg alle Exkommunicierten von den kirchlichen Strafen los. ²)
§ 10. Schluss. So endigte ³) der fast neunjährige Streit um das Mainzer Erzbistum. Mit seinem Ausgang konnte am meisten Ludwig zufrieden sein; er gewann in Heinrich einen Bundes- genossen, der ihm bis zu seinem Tode treu zur Seite stand, selbst dann, als Baldewin sich von ihm abwandte. Baldewin hatte, wie bereits betont wurde, während seiner Reconciliations- verhandlungen mit Benedikt allen Einfluss im Erzstift verloren; er stand zuletzt dem Dom- kapitel machtlos gegenüber. Auch dies fand in dem Abkommen mit Heinrich seine Rechnung; es zwang den Virneburger sein ganzes seitheriges Regierungssystem zu desavouieren. Alle Massregeln dagegen, welche die Kanoniker in den 7 Jahren seit seiner Provision getroffen hatten, musste er anerkennen. Die schwerste Niederlage erlitt die päpstliche Kurie; aus ihrem Schützling Heinrich wurde einer der entschiedensten Gegner ihrer Politik. ⁴)
¹) Würdtwein, Subs. IV 288 Z. 7 ff. v. u.
²) Würdtwein, Nov. Subs. V 139 Mainz Erastift VII 2/1 f. 80; vergl. auch Beyer Erfurt Anm. 68 u. 69.
³) Auf die Frage der Geldentschädigung, die Baldewin 1338 von Heinrich zugestanden wurde, will ich hier nicht eingehen; vergl. Dominicus, Baldewin S. 343 f.
⁴) Über die Thätigkeit Heinrichs in den Jahren 1338— 1353, für die ich mir seit langem gedrucktes und ungedrucktes Material gesammelt habe, hoffe ich in Kürze eine Arbeit zu liefern. In dem vorliegenden Teil tritt naturgemäss die Geschichte der Stadt und des Erzstiftes Mainz in den Vordergrund(von einer Schilderung der Ereignisse in Erfurt und Thüringen sah ich dabei vollständig ab, weil Beyer eine solche in den Mitteil. des Erfurter Geschichtsvereins XIV gegeben hat). In dem zweiten Teil wird Heinrichs Verhältnis zu Ludwig und damit die Reichsgeschichte das grössere Interesse beanspruchen.
G. Otto's Hofbuchdruckerei in Darmstadt.


