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Zn+ HSO= ZnSO.,+ H, Fe+ HSO= FesO.,+ Ha, Cu+ 2 HeSO= CusO.,+ 802+ 2 HO.
Die Vitriole entſtehen dadurch, daß der Waſſerſtoff der Schwefel⸗ ſäure durch ein Metall erſetzt wird. Sie beſtehen aus einem Metall und dem Schwefelſäurereſt SOz. Dieſe Atomgruppe tritt unverändert aus der Schwefel⸗ ſäure in die Vitriole über und beſitzt demnach einen gewiſſen Zuſammenhalt. Wir wollen ſie daher ſtets in Klammern ſetzen und ſie Sulfatgruppe nennen. Kupfervitriol können wir dann Kupferſulfat nennen, entſprechend die übrigen Vitriole.
(Es gibt auch waſſerfreie Schwefelſäure SO3, eine fadenförmige, weiße Maſſe, die begierig Waſſer anzieht).
21) Weshalb kann man mit verdünnter Schwefelſäure Kupfergeſchirr gut putzen?
Das Metall wird nicht angegriffen, wohl aber der ſchwarze Oxydüberzug leicht ent— fernt, da ſich Kupferoxyd(wie alle uns bis jetzt bekannten Metalloxyde) in verdünnter Schwe⸗ felſäure ruhig und leicht auflöſt. Daß dabei ebenfalls Vitriole entſtehen, erkennen wir an der Farbe der Flüſſigkeiten. Die Formeln für dieſe Vorgänge ließen ſich alſo folgenderma⸗ ßen annehmen:
CuO+ HZ(SOa)= Cu(SOa)+ HO, ZnO+ HLH(SO4)= Zn(SO.)+ HO.
Daß ſich hierbei Waſſer bildet, können wir allerdings durch den Augenſchein nicht wahrnehmeu. Es wird aber trotzdem der Fall ſein, denn die Sulfide verhalten ſich genau entſprechend:
Fes+ H(SO)= Fe(SOz)+† HS.
Die Bildung von Schwefelwaſſerſtoff können wir aber am Geruch wahrnehmen.
Auch bei dieſer Vitriolbildung verbindetſich das Metall mit der Sulfatgruppe, und der Waſſerſtoff der Schwefelſäure vereinigt ſich mit dem Sauerſtoff der Oxyde(Schwefel der Sulfide) zu Waſſer(Schwe⸗ felwaſſerſtoff). Da es von der Natur des Metalloxydes abhängt, welcher Vitriol ſich bildet, hat man die Metalloxyde„Baſen“ genannt, weil ſie gleichſam die Grundlage(die Baſis) für die Vitriolbildung abgeben.
Die Vitriole ſind glasglänzende, in Kriſtallen vorkommende und in Waſſer lösliche Kör⸗ per, welche geruchlos ſind, aber einen ſäuerlich-zuſammenziehenden Geſchmack beſitzen.
Dieſe Vitriole ſind die erſte Gruppe von Körpern, mit denen wir näher bekannt wurden. Wir fanden, daß ſie nicht nur in ihren äußeren Merkmalen, ſondern auch in ihrer ſtofflichen Zuſammenſetzung und ihrem chemiſchen Verhalten eine auffallende Ähnlichkeit zeigen. Wenn dieſe Tatſache, daß Körper von ähnlichen „phyſikaliſchen Merkmalen“(Form, Farbe, Glanz, Geſchmack, Löslichkeit uſw.) auch einen ähnlichen „chemiſchen Charakter“(Zuſammenſetzung, Entſtehung uſw.) zeigen, über die Gruppe der Vitriole hinaus all⸗ gemeinere Gültigkeit beſäße, ſo würde das unſere Aufgabe ſehr erleichtern. Wir wollen deshalb eine Prebe darauf machen. Es gibt noch eine ganze Zahl von Körpern, welche den Vitriolen phyſikaliſch ähnlich ſind, in⸗ ſofern ſie in glasglänzenden Kriſtallen vorkommen, geruchlos ſind, einen beſtimmten Geſchmack beſitzen, in Waſſer löslich ſind uſw. Z. B. Kochſalz, Viehſalz, Salpeter, Bitterſalz, Glauberſalz, Soda u. a. Die meiſten dieſer Körper führen die Bezeichnung„Salz“. Sollten alle dieſe Salze oder ſalzähnlichen Körper chemiſch den Vitriolen(pgl. Frage 28) ähnlich zuſammengeſetzt ſein? Alſo aus einem Metall und einem Säure⸗ reſt beſtehen? Wir wollen uns zur Probe an denjenigen von dieſen Körpern halten, der im landwirtſchaft⸗ lichen Betriebe der betannteſte iſt: das Viehſalz. Wir fragen daher:
22) Was iſt Viehſalz? . Das Viehſalz kommt in glasglänzenden, würfelförmigen Kriſtallen vor, die vielfach zu Hohlpyramiden zuſammenſitzen.(Dieſes Vorkommen in Hohlpyramiden erklärt ſich aus der Gewinnung des Salzes— pgl. Frage 22.) Es beſitzt meiſt eine rote Farbe und nicht den rein ſalzigen Geſchmack des Kochſalzes, ſondern einen bitterlichen Nebengeſchmack. Wir können es in kaltem Waſſer ebenſo gut löſen wie in heißem(1 kg in 3 1 Waſſer). Hierbei bemerken wir jedoch, daß ſich nicht alles löſt. In der Flüſſigkeit ſchwimmen kleine braune Stückchen, unten ſetzt ſich ein rotes Pulver ab. Filtrieren wir die Flüſſigkeit und dampfen das erhal— tene klare„Filtrat“ ein, ſo ſcheidet ſich aus ihm Kochſalz aus. Das Viehſalz iſt Kochſalz,


