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Einige Gleichniſſe allerdings erſcheinen unſerem Geſchmacke auffallend, wie 24— 28, wo Odyſſeus ſich auf ſeinem Lager unruhig hin und herwälzt, wie ein Mann eine Magenwurſt(1aoréa SNein oa-« rs zal a*xτoc) bei ſtarkem Feuer, um ſie zu braten, hin und herdreht. Hier iſt, abgeſehen von der eigenthümlichen Komik, die Vergleichung an ſich ungenau, da Odyſſeus ſich ſelbſt auf ſeinem Lager umherwälzt, die Wurſt aber von einem Manne gedreht wird. Schwieriger noch oder vielleicht gar nicht auf befriedigende Weiſe zu erklären ſind A 75— 79 und N 754; in dem erſteren wird das Herabfahren der Athene vom Olymp und zwar am hellen Tage— mit dem Fallen einer Feuerkugel verglichen; in dem zweiten heißt es von Hektor, daß er durch die Troer ſtürmte„vergleichbar einem ſchneeigen Berge“ (3si nsννν 2ι⁶αε), wobei nicht, wie die Alten meinten, an die Größe gedacht werden kann, da 6 voranſteht; ob gar eine Lawine damit angedeutet ſein ſoll, dürfte doch ſehr zu bezweifeln ſein. Befremdlich iſt ferner 5 791 ff., wo Penelope mit einem Löwen verglichen wird und der Hauptpunkt in der ängſtlichen Sorge um den Ausweg aus der dringenden Gefahr liegt, und x 216 ff., wo Odyſſeus und Telemach ſo laut und noch anhaltender klagen als Raubvögel, denen ihre Jungen geraubt ſind. Doch mögen auch immerhin einige wenige unter den Gleichniſſen als nicht völlig gelungen bezeichnet werden, ſo iſt anderer⸗ ſeits zu bedenken, daß es ſehr ſchwer ſein muß gute, d. h. richtige und paſſende Gleichniſſe aufzufinden wie man wohl aus dem Umſtande ſchließen darf, daß bis jetzt keiner der vielen Nachahmersé) des Homer ſein großes Vorbild in dieſer Beziehung auch nur annähernd erreicht hat, während die weit überwiegende Mehrzahl der Homeriſchen Gleichniſſe ſich durch die reichſte Fülle ungekünſtelter Bilder und den anmu⸗ thigſten Wechſel in Inhalt und Form auszeichnet. Sollte manchmal auch ein Bild etwas weniger paſſend erſcheinen, ſo hüte man ſich, und zwar ganz beſonders in der Schule, vor oberflächlichem Tadel;„mancher Zug, der auf den erſten Anblick Befremden erregt, erſcheint bei erneuerter Prüfung durchaus ſinnvoll und ſchicklich.“66) Soll an beſonders wichtigen Stellen der Fortſchritt der Handlung anſchaulich gemacht werden, dann begnügt ſich der Dichter nicht mit einem Gleichniſſe, ſondern verbindet mehrere derſelben zu einem Ganzen, wie B 455 ff., wo der Aufmarſch des griechiſchen Heeres zur Schlachtordnung geſchildert wird. An andern Stellen wird durch die Häufung der Gleichniſſe ein Ruhepunkt in der Erzählung bewirkt; es wird dem Hörer Zeit gelaſſen ſich die vorausgegangene Handlung zu vergegenwärtigen, wie 384— 388 und 391—393 die Blendung des Kyklopen; oder es wird in die Einförmigkeit der Aufzählung in paſſen⸗
64) Bock, Homeriſche Poeſie. Programm des Gymnaſ. zu Marienburg. 1882. S. 11:„Bei dem kindlich naiven Sinne der Homeriſchen Griechen iſt noch kein Thier der Verachtung anheimgefallen; auch an dem kleinſten und häßlichſten hat der Homeriſche Grieche ſeine Freude; die vielen Vorurtheile, welche ſich im Laufe der Zeit bei dem ſentimentalen Menſchen gegen manche Thiere entwickelt haben, kennt er noch nicht.“— Doch darf man in dieſer Naturſchwärmerei nicht ſo weit gehen ſwie Ameis zu x 35, der in der Stelle O00070 66 oo v Trer veuvao uαdᷣdeνο νtaν ,Oοα die Worte 1aα⁴ A&pdεua als„die böſen Spinngewebe, mit gemüthlich ſinnlicher Belebung“ erklärt und in dem Anhang unter Hinweis auf d 280 bemerkt, daß„and hier nicht„häßlich“ heißen könne, denn um die kunſtvollen Spinngewebe häßlich zu finden, ſei Homer ein zu großer Naturkenner und Naturfreund geweſen. Muß man aber, wenn man auch die Spinnen wegen ihrer Kunſtfertigkeit bewundert, dieſelben deßhalb in ſeinem Bette dulden?
³5) Vergil, der unſtreitig ein genauer Beobachter und Freund der Natur war und deshalb zum Auffinden von Gleich⸗
niſſen als beſonders befähigt erſcheint, hat doch hierin kaum einen ſelbſtändigen Schritt gewagt, ſondern ſich mit Entlehnung und Ueberſetzung begnügt. 66) Bergk, S. 851.


