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„bis auf die äußerſte Hörweite hin“ verſtändlich zu ſein; vielmehr iſt das Schiff in ſolcher Nähe vorüber⸗ fahrend zu denken, daß ſowohl die Schönheit des Geſanges als auch der verlockende Inhalt deutlich zu den Ohren des Odyſſeus dringen und ihn bezaubern konnte. Eine kräftige Mannesſtimme dagegen, wie ſie die als 0% a†ao! bezeichneten Homeriſchen Helden beſaßen, mußte doch jedenfalls weiter reichen. Daher iſt auch in 491 kein ſolcher Widerſpruch gegen 473 vorhanden, daß nothwendig eine Interpolation anzunehmen wäre; die Ausdrucksweiſe mag etwas ungenau ſein, aber die Zuhörer des Dichters haben da⸗ ran gewiß keinen Anſtoß genommen.
Wie gern manche Erklärer den Homer nach ihren eigenen vorgefaßten Meinungen, und nicht aus der Dichtung ſelbſt heraus, interpretiren, läßt ſich beſonders aus einer Abhandlung Düntzer's über den Zorn des Poſeidon in den Odyſſee erſehen. ¹6) Dort heißt es:*)„Des Odyſſeus Unglück beginnt nicht erſt nach der Abfahrt von der Inſel der Kyklopen, ja von dort kommt er ganz ruhig zur Inſel des Aiolos, da man doch erwarten müßte, Poſeidon werde, wollte er ſich ſeines Sohnes annehmen und die Beleidigung rächen, ſofort einen Sturm geſandt haben, wozu er wahrlich keiner vorläufigen Erlaubniß des Zeus bedurfte ſo wenig als bei der Rache an Aias à 505 ff.“ Wahrlich, manchmal möchte man ausrufen: Wie ſehr iſt es zu bedauern, daß der Dichter ſeine ſpäteren Erklärer nicht um Rath fragen konnte! Und doch liegt hier die Sache ſo einfach! Odyſſeus, der dem Kyklopen glücklich entkommen iſt, ruft dem am Eingange der Höhle ſitzenden Polyphem, der die Uebelthäter noch in ſicherem Gewahrſam zu haben glaubt, von dem Schiffe aus ſpottend zu, jetzt habe er endlich für ſeine Frevelthaten den gebührenden Lohn von den Göttern erhalten. Der Kyklop aufgebracht durch den Hohn und erzürnt über die gelungene Flucht ſeiner Feinde ſchleudert einen gewaltigen Felsblock über das Schiff hinaus, ſo daß dieſes wieder in die Nähe des Strandes zurückgetrieben wird. Nur mit Mühe gewinnt man wieder die offene See und Odyſſeus ruft dem Kyklopen hierauf aus größerer Entfernung zu, wenn ihn einer frage, wer ihn geblendet, ſo ſolle er ſagen, Odyſſeus, der Sohn des Laertes aus Ithaka, habe es gethan. Da erinnert ſich Polyphem einer alten Weiſſagung nach welcher er durch einen Odyſſeus ſein Auge verlieren ſollte; er ſieht daher in dem Thäter nur ein Werkzeug des Schickſals und fordert ihn auf jetzt zu ihm zu kommen, er werde ihn gaſtlich aufnehmen;is) das Unglück der Blendung ſei auch nicht allzu ſchlimm, denn ſein Vater Poſeidon werde ihn heilen. Hier⸗ auf entgegnet Odyſſeus: Könnte ich dich doch ſo ſicher zum Hades hinabſenden, wie ſelbſt der Erderſchütterer dir dein Auge nicht heilen wird. Polyphem fleht nun ſeinen Vater um Rache an: Odyſſeus möge nie nach Hauſe zurück kommen; ſei ihm dies aber vom Schickſal beſtimmt, dann ſolle er ſpät, unglücklich, nach Verluſt aller Gefährten auf fremden Schiffe heimkehren und Unheil in ſeinem Hauſe finden. ¹9) Dieſes Gebet ging vollſtändig in Erfüllung, wie in dem folgenden Verſe 536 der Erzählung vorgreifend ange⸗
⁴³) Homeriſche Abhandlungen, S. 409— 428. Abgedruckt aus Jahrb. f. Phil. und Päd. 1861. Bd. 83. S. 729— 741.
47) S. 412.
⁴8) Düntzer S. 420 faßt t 517 a rot a Ssivta deich als im höhniſchen Sinne geſprochen, auf welche Worte unmittelbar der mit den Esioua gemeinte zweite Wurf folgen müſſe. Polyphem hat zwar v. 369, 370 Oðriy 87, xöa ro EdoHhat Bsrà OIc Sr4O19, roDc d'ähXoy« 60de9 r e roe ehtoy Forai mit furchtbarem Hohne geſpeochen; ob derſelbe aber auch hier am Platze wäre, dürfte zu bezweifeln ſein.
¹9) 5 ℳ aαςα ,ι ο!ṽ△mS-˖³3a äo dyras Sraipous,
vno« en MOrpiNs, söOH d' ihara Ou.


