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nimmt und mit„oft uns rings umwendend“ überſetzt; ſie blicken ängſtlich und furchtſam ſich nach allen Seiten um, ob nicht Polyphem oder irgend ein anderer Kyklope ſie verfolge. Maerkwürdiger Weiſe hat bei K 438 ff. keiner der Erklärer gefragt, warum denn Odyſſeus eigentlich in ſo gewaltigen Zorn gerathe. Als der von dem Palaſte der Kirke zurückgekehrte Eurylochos v. 251 ff. gemeldet hatte, daß dort alle Gefährten verſchwunden ſeien, fordert Odyſſeus ihn auf, ihm den Weg zu zeigen, läßt ſich aber durch die Bitten deſſelben bewegen, ihn, ohne nur ein wenig unwillig zu werden zurückzulaſſen und geht allein nach der Wohnung der Göttin. Nachdem er dem Zauber derſelben wider⸗ ſtanden und ſeine Gefährten befreit hat, kommt er wieder zu dem Schiffe und redet den dort Zurückge⸗ bliebenen zu, ihm zur Kirke zu folgen. Alle ſind bereit, nur Eurylochos ſucht ſie durch die Warnung zurückzuhalten, ſie würden dort verzaubert werden und in gleiches Unglück gerathen, wie damals, als der verwegene Odyſſeus ſie in das Gehöft des Kyklopen gebracht und hierdurch das Verderben der 6 Ge⸗ fährten verſchuldet habe. Hierüber ergrimmt Odyſſeus ſo, daß er das Schwert zieht und dem kecken Redner den Kopf abgehauen haben würde, wenn die übrigen Gefährten es nicht gehindert hätten. Weshalb aber geräth er in ſolchen Zorn? Wäre es nicht viel natürlicher, wenn er, der v. 271 ff. ſolchen Gleich⸗ muth gezeigt hatte, in aller Ruhe und mit einem gewiſſen Spotte dem Eurylochos ſagte:„Gut, bleibe du hier bei dem Schiffe, wenn Du es nicht beſſer haben willſt, wir wollen uns im Hauſe der Kirke gütlich thun.“ Und doch iſt dieſer Zorn vollſtändig natürlich dargeſtellt und pſychologiſch begründet, wenn der Dichter auch nur die Thatſache, nicht aber den Grund angiebt. Zornig wird Odyſſeus, weil die Be⸗ ſchuldigung, die Eurylochos ausſprach, berechtigt war; denn er war damals, wie er 228 ff. ſelbſt erzählt, trotz des Abrathens ſeiner Gefährten aus Neugier in der Höhle zurückgeblieben und hatte ſo das Unglück veranlaßt. Von dem unzufriedenen Aufwiegler an ſeinen Fehler erinnert zu werden, das mußte ihn auf⸗ bringen, während er den Vorwurf, weun er unbegründet geweſen wäre, kaum beachtet haben würde. Nicht nur den Grund der Bewegung ſondern ſogar die innere Erregung ſelbſt müſſen wir 263 zwiſchen den Zeilen leſen. Odyſſeus iſt endlich nach zwanzigjähriger Abweſenheit in ſeine geliebte Heimat (1 34 ff.), von der er auch nur den Rauch aufſteigen zu ſehen gewünſcht hatte(a 58), wieder zurückgekehrt und ais armſeliger Bettler von Eumaios begleitet vor ſeinem eigenen Hauſe angelangt. Welche willkommene Gelegenheit würde dieſe Situation einem modernen Dichter darbieten, um den Sturm der Empfindungen zu ſchildern, der in der Bruſt des Heimgekehrten ſich erhob! Und dabei darf er ſeine Rührung durchaus nicht merken laſſen, um ſich nicht ſeinem Begleiter zu verrathen; während ſonſt die Menſchen des heroi⸗ ſchen Zeitalters ihren Gefühlen keinen Zwang anthun, muß er die ſeinigen mit aller Gewalt unterdrücken. Welch mächtigen Eindruck der Anblick ſeines väterlichen Hauſes auf den abgehärteten Kriegsmann machte, der ſonſt unerſchütterlich ſtand im Toben der Feldſchlacht und im Schreckniß der Wogen(avò„ ds roXSO⁵⁴ AXeTswâ re oata reiο 0 183), wie mächtig es ihn ergriff, ſehen wir nur aus den wenigen Worten: „er faßte die Hand des Hirten und ſprach zu ihm“(abraàp o Nsiοςα Ac oαsαs oGnv). Er faßte die Hand des Hirten, weil er bei ſeiner tiefen inneren Erregung nach einem äußeren Halt, einer Stütze ſuchte, und er ſprach zu ihm, weil er ſeine Rührung durch einige ſcheinbar gleichgültige Worte zu verbergen ſuchte, die aber jedenfalls in Abſätzen und ſtockend geſprochen wurden, wie ſich beſonders aus der Struktur der Verſe 264—268 erkennen läßt. In demſelben Buche v. 290 ff. findet ſich auch die


