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ſolchen nicht nöthig hat und 0 80—83 ſogar mit der Schnelligkeit des Gedankens zurückkehrt. Athene kommt A 194 und 4 74 ohne Weiteres vom Olymp, während ſie E 720 ff. und 768 ff. mit Here auf einem Wagen fährt, deſſen Roſſe mit einem Satze ſo weit ſpringen, als der Geſichtskreis eines auf hoher Warte ſitzenden Mannes reicht. 9 363 eilt Aphrodite im Fluge nach Paphos, während ſie E 58 ff. von Diomedes verwundet den Ares um ſeinen Wagen bittet, ſo daß dieſer ſpäter v. 867 ſich ohne denſelben zum Himmel emporſchwingt. Poſeidon kommt M 20 ff. mit 4 Schritten von Samothrake nach Aegä, ſpannt dort ſeine Roſſe an und fährt nach dem troiſchen Schlachtfeld, wohin er doch unmittelbar von Samothrake aus ſchneller und bequemer hätte gelangen können; ja O 219 taucht er, als er das Schlachtfeld verlaſſen muß, geradezu ins Meer(ddys 28 n6„oy 109p), ohne ſich um ſeinen herrlichen Wagen und ſeine Roſſe weiter zu bekümmern..
Aus derartigen Stellen, die man noch um eine große Anzahl vermehren könnte, ſchlägt eine wohl⸗ feile Kritik Kapital, um die oben erwähnten Vorwürfe gegen den Dichter zu begründen. Und doch hat ſchon Ariſtoteles darauf hingewieſen,²2²) daß das Unwahrſcheinliche alles Auffallende verliert, wenn die vollendete Kunſt des Meiſters den Zauber der poetiſchen Form darüber breitet, ſo daß es bei der Glaub⸗ würdigkeit ſelbſt der wunderbarſten Dinge einzig und allein auf die Darſtellung des Dichters ankommt, oder, um mit Göthe zu reden:
Märchen, noch ſo wunderbar, Dichterkünſte machens wahr.2³)
An ſolche poetiſche Schöpfungen läßt ſich einmal der Maßſtab des gewöhnlichen Lebens nicht anlegen und ebenſowenig kann man eine Grenze für die Glaubwürdigkeit der von dem Dichter berichteten Dinge ziehen; nehmen wir es gläubig hin, daß die Schiffe der Phäaken in einem Tage von Scheria nach Euböa und wieder nach Hauſe zurückfahren,„ 325, 326, dann müſſen wir es auch in den Kauf nehmen, wenn ſie„ 36 als Gxelar c ei ree de venna bezeichnet werden. /2¹) 1
Doch dieſe Zuſammenſtellung mag genügen für den Nachweis, daß mit einer Kritik, die den Homer gedankenlos, nachläſſig und übertreibend nennt, die Schule ſich nicht zu befaſſen hat; ihr fällt vielmehr die Aufgabe zu die Schüler ſo für den Dichter zu begeiſtern, daß ſie ſeiner Erzählung mit demſelben In⸗ tereſſe folgen, mit dem die alten Hörer den Liedern des Sängers gelauſcht haben mögen. Glücklicher Weiſe hat die jetzige Jugend doch noch Sinn für märchenhafte Poeſie und ſo iſt uns denn noch kein Schüler vorgekommen, der aus ſich ſelbſt heraus kritiſche Bedenken der oben beſprochenen Art vorgebracht hätte; Stellen freilich wie X 454— 456 wird bei aufmerkſamer Lectüre auch ein Schüler als unecht er⸗ kennen.
2²) Aristot. Poet. 24.(ed. Bekker. I, p. 1460.) ànel zal y„0600031z aora ra megt Tie Ers0, 6 ObX Ay J Ayexrd, Xoy Ay Tvorro, et adrd, Sadko oh wheetsn v e A.adotc d uhe aayCet Sd69G re rono..
23) Düntzer, S. 403. führt dieſe Stelle gegen Jordan an. Hätte er ſelbſt ſie nur mehr berückſichtigt.
²¹) Daß in den Homeriſchen Gedichten ſich offenbare Widerſprüche finden, ſtellen wir nicht in Abrede; auch dem ge⸗ ſchickteſten Erzähler kann ein Verſehen begegnen. So wird E 576 Pylämenes getödtet, während er N 658 Thränen ver⸗
Lobend der Leiche ſeines Sohnes folgt. Aber ſelbſt Vergil läßt den Turnus zweimal einen Cretheus erlegen. Aen. IX. 774 un. 538.


