Aufsatz 
Anschauliche Darstellung vom Bau und Laub der Holzgewächse / vom ... Karl Völker
Entstehung
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ein zur Bildung der Hof⸗, Regiments-, Stadt⸗ und Land⸗Ehirurgen. das mit dem Collegium Carolinum verbunden und bald blühender als die Hauptanſtalt wurde. In einer Medicinalordnung des Land⸗ grafen Friedrich II. vom 21. Dezember 1767 iſt abermals von der Errichtung eines Seminarii Chirurgici die Rede, welches wiederum als Teil des Carolinums galt. Nach der Auflöſung des letzteren wurde dasſelbe vermutlich ſelbſtändig unter dem obigen Namen reorganiſiert, wenigſtens ſtammt die folgende Medaille ihrer Legende nach aus den Jahren 1803 bis 1806, da ſich Wilhelm nur in dieſem Zeitraume S. R. I.(d. i. Sacri Romani Imperii) Elector nennen konnte.

Während der weſtphäliſchen Fremdherrſchaft war das Inſtitut eingegangen, wurde aber am 6. Januar 1815 wiederhergeſtellt und erreichte durch das Organiſationsedikt Kurfürſt Wilhelms II. vom 29. Juni 1821 ſeine Endſchaft.

Eine Preismedaille aus Zinn befindet ſich in der Sammlung des Herrn Sekretär Stern.

V: Kopfbild von der rechten Seite mit Zopfſchleife. Am Halsdurchſchnitte K. Umſchrift: GUILELMUS I. D. G. S. R. I. ELECTOR HASS. LANDGR.

R: Inſchrift: BENEMERENTIINSTITUTUM GUILELM.]CHIRURG. D. D.

Größe: 30 mm D.

III. Lyceen, Gymnaſien, Realanſtalten.

1. Das lutheriſche Gymnaſium zu Hanau.

Als im Jahre 1642 durch das Ausſterben der Hanau⸗Münzenbergiſchen Linie die Erbfolge in der Grafſchaft Hanau an die Hanau⸗Lichtenbergiſche Linie kam, bemühte ſich der neue Regent, Graf Friedrich Caſimir, ſeinen lutheriſchen Unterthanen freie Religionsübung zu erwirken. Er öffnete denſelben ſeine Schloß⸗ kapelle und übertrug zugleich ſeinem Kaplan M. Böhm den Unterricht der Kinder aus der lutheriſchen Gemeinde. Hieraus entwickelte ſich im Jahre 1668 eine öffentliche lutheriſche Schule, die ſchon unter ihrem dritten Rektor um 1730 auf die Höhe der damaligen Pädagogien und durch ihre beiden letzten Leiter zu einem wirklichen Gymnaſium, das ſeine Zöglinge zur Univerſität heranzog, erhoben wurde. Durch ein Reſkript des großherzoglich frankfurtiſchen General⸗Kuratoriums des öffentlichen Unterrichts vom 18. Januar 1813 wurde ſie mit der im Jahre 1665 neu begründeten hohen Landesſchule zu einem für alle Kon feſſionen gemeinſamen Gymnaſium vereinigt. An ihrer Stelle wurde eine Realſchule gegründet, die am 1. Februar desſelben Jahres eröffnet worden iſt und heute noch als ſolche blüht.

Über die unten beſchriebene Medaille(Hoffmeiſter, Nr. 3119) habe ich leider durchaus nichts Näheres erfahren können.

V: Ein Schwan. Umſchrift: SCHOL HAN. LVTHERANA.

R: In einem Kranze die Worte: PREÆMIVM VIRTVTIS ET DILIGENTIAℳ.

2. Königliches Friedrichs⸗Gymnaſium zu Kaſſel.

Durch Philipp den Großmütigen waren die drei vorhandenen Schulen Kaſſels im Jahre 1539 zu einer vereinigt worden, welche 1581 durch Wilhelm IV. zu einer höheren lateiniſchen Schule von 8 Klaſſen erhoben und durch Moritz 1599 weſentlich verbeſſert wurde. Friedrich II. verlieh derſelben neuen Glanz, indem er ſie am 23. April 1779 zum Lyceum erhob und durch Gewährung eines guten Gebäudes und anderweitig freigebigſt unterſtützte. Am 1. Oktober 1812 wurde dem Lyceum durch ein königlich weſtphäliſches Dekret vom 28. Juni eine neue, den Bedürfniſſen der Zeit angemeſſene Einrich⸗ tung gegeben, welche jedoch nach Wiederherſtellung der einheimiſchen Regierung am 22. April 1814 im weſentlichen wieder aufgehoben wurde. Während langjähriger Streitigkeiten zwiſchen Staat und Stadt wegen des Lyceums ließ die Regierung am 11. Mai 1835 ein ſtaatliches Gymnaſium eröffnen, das nach