Aufsatz 
Anschauliche Darstellung vom Bau und Laub der Holzgewächse / vom ... Karl Völker
Entstehung
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19 Sie war von 1633 bis 1653 Univerſität(ſiehe I, 3). An der Stelle derſelben legte der Landgraf Wil⸗ helm VI. 1657 zu Kaſſel eine Ritterſchule, Gymnaſium genannt, an, die jedoch 1661 ſchon wieder aufgehoben werden mußte. Und nun finden wir längere Zeit kein ähnliches Inſtitut mehr, das zunächſt einen Über⸗ gang von dem Pädagogium zur Univerſität bilden und außerdem in manchen, beſonders praktiſchen, Fächern unterweiſen ſollte, zu denen dieſe Anſtalten nicht kommen konnten. Zunächſt um der Phyſik mit ihren Nachbarwiſſenſchaften eine größere Pflege zu widmen, dann aber auch als Vorbereitungsanſtalt zu den akademiſchen Studien wurde erſt vom Landgrafen Karl(1677 1730) eine neue Anſtalt, das Collegium illustre Carolinum, gegründet und am 2. November 1709 eingeweiht, das ſeinen Sitz in dem 1696 vollendeten Kunſthauſe erhielt. Landgraf Friedrich II.(17681785) verlieh demſelben eine voll⸗ kommenere Einrichtung durch Verbeſſerung ſeiner Geſetze am 9. Mai 1766, Erweiterung ſeines Zwecks und Berufung ausgezeichneter Lehrer. An ſeinem Namenstage, 5. März 1767, wurde daſſelbe abermals feierlich eingeweiht. Zur Aufmunterung und Belohnung wurden für die Studierenden Medaillen in Silber geſtiftet, die an dieſem Tage zum erſten Male zur Verteilung gelangten. Da jedoch die Koſten des Carolinums für ſeine praktiſchen Erfolge zu bedeutend waren, verband Landgraf Wilhelm IX. endlich im Jahre 1791 daſſelbe mit der Hochſchule zu Marburg, beſonders weil ja auch die lateiniſche Stadt⸗ ſchule in Kaſſel nach ihrer Erhebung zum Lyceum 1779 eine höhere Stellung gewonnen hatte.

Die Preismedaille hat folgende Prägung:

V: Bruſtbild von der rechten Seite mit einer Zopfſchleife und Harniſch, Ordensband und Fürſtenmantel, unter dem Armdurchſchnitt KokXER. Umſchrift: FRIDERICUS. II. D. G. HASS. LANDG. HAN. COM. Am Rande eine kranzartige Verzierung.

R: Inſchrift: BENE MERENTICOLLEG. CAROL. CASSELIS TRIBUIT! DIE. V. MARTII. Unten in einem kleinen verzierten, ovalen Schildchen, das mit einem Palm⸗ und einem Lorbeerzweige geſchmückt iſt, die Zahl 1767. Kranzartige Verzierung.

Größe: 41,5 mm Durchmeſſer.

Von dieſen Brabeonen habe ich ſolche aus den Jahren 1767, 68, 69, 70, 71, 75, 76, 77, 78 (ſämtlich in Hoffmeiſters Münzwerke), 1773 und 1779(im Königl. Museum Fridericianum zu Kaſſel), 1780(bei Herrn Stiftskaſſierer Kornemann ebenda), 1781(im I. Nachtrag zum Catalog des heſſ. Münzcabi⸗ nets), 1783(Hoffmeiſter), 1784(bei Herrn Sekretär Stern), 1785(heſſ. M. J. Nachtr.) aufgefunden. Bei manchen Stücken ſehen die Jahreszahlen, beſonders die letzten, ziemlich unſauber aus, ſodaß die Wahr⸗ ſcheinlichkeit groß iſt, daß dieſelben für die einzelnen Jahre nachträglich geändert ſind. Übrigens ſind dieſelben mit verſchiedenen, um wenig veränderten Stempeln geprägt; diejenige von 1773 zeigt ein tieferes Bruſtbild mit K unter dem Harniſch und auf der R abweichende Buchſtaben und einfachere Schildverzierung.

Eine intereſſante Sammlung von ſämtlichen unter Landgraf Friedrich II. bis 1779 hergeſtellten Münzen hat der Hofgraveur J. K. Körner als Miniaturen angefertigt und in einer Büchſe für einen Louisd'or verkauft. Hiervon intereſſiert uns diePrämien⸗Medaille vor die Hhn Studenten:

V: Bruſtbild von der rechten Seite mit Harniſch und Zopfſchleife. Umſchrift: FRIDER. II. D. G. HASS. L. H. COM

R: Inſchrift: BENE MERECOLLEG CAROIL CASSELLISTRIBUITDIE. VMART. Unten in einem ovalen, mit Zweigen verzierten Schildchen: 1778; am Rande verziert.

Größe: 10 mm Durchmeſſer.

2) Chirurgiſches Wilhelms⸗Inſtitut zu Kaſſel.

Die Gründung eines Collegium chirurgicum in Kaſſel und in Marburg geht auf Landgraf

Moritz den Gelehrten zurück(1592 bis 1627). Im Jahre 1738 richtete Landgraf Friedrich I., zugleich

König von Schweden(1730 bis 1751), wiederum ein Collegium und Seminarium Medico-Chirurgicum 3*