Aufsatz 
Anschauliche Darstellung vom Bau und Laub der Holzgewächse / vom ... Karl Völker
Entstehung
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des bei Wabern von Landgraf Karl in den Jahren 1704 bis 1707 erbauten Schloſſes ſein, welcher nicht mehr vorhanden iſt. Daß dieſe Medaille als Belohnung ausgeteilt ſei, um die beim Schloßbau beſchäf⸗ tigten Arbeiter anzueifern, kann ich nicht recht glauben. Vielleicht ſteht der abgebildete Brunnen mit irgend einer Schule in Verbindung.

2. Ferner kommt eine große Anzahl von Verdienſtmedaillen vor, von denen möglicher Weiſe einige zu ähnlichem Zwecke gebraucht ſind. So ſind die unter V, 2, 6 und 7 aufgeführten Preismünzen nur durch die auf dem Rande eingravierte Inſchrift zu ſolchen für die Kaſſeler Akademie gemacht worden. Hier⸗ her gehört wohl auch die unter III, 1, 4 beſchriebene Medaille ohne die Eingravierung.

In der Münzſammlung des Königl. Muſeums zu Kaſſel befindet ſich z. B. ferner eine bei Hoffmeiſter nicht aufgeführte goldene Medaille von 34,5 gr. Gewicht mit folgender Prägung:

V: Unkekleidetes Kopfbild von der rechten Seite mit Zopfſchleife, darunter K. Umſchrift: WILHELMUS I. ELECT. HASS. LANDGR. MAGN. DUX FULD.

R: Ein Eichenkranz mit Schleife unten. Inſchrift: MERENTI. Größe: 40 mm D.

3. Endlich ſeien noch kurz erwähnt einigermaßen verwandte Preismedaillen, die von gelehrten Geſellſchaften ausgegeben worden ſind.

a) V: Kopfbild von der rechten Seite mit Zopfſchleife, unten SAMSON. Umſchrift: FRIDE- DERICUS. II. D. G. HASSILE LANDGR. HAN. COMES. Am Rande ein hohler Reif.

R: Minerva mit Harniſch, Helm und Lanze unterrichtet einen Knaben, umgeben von Alter⸗ tümern als Urnen, Büſten, Münzen, Altären, Lampen, einer Sphinx und einer Mumie. Im Hinter⸗ grunde der Aufriß des Muſeums Fridericianums zu Kaſſel. Umſchrift: DOCENT ET OBLECTANT. Im Abſchnitt: SOC. ANTIOQ. HASS. CASS.] FUND. D. XI. APRIL. MDCCLXXVII. Größe: 70 mm D.

b) V: Kopfbild von der rechten Seite mit Zopfſchleife, unten K. Umſchrift: FRIDERICUS II. D. G. HASS. LANDG. HAXN. COM.

R: In einem Ährenkranze die Inſchrift: BENE MERENTI.] SOCIETAS. AGRICULTURAE. ETARTIUM. HASSO-CASSELLANA.D. V. MART. MDCCILXXVII.

Größe: 43 mm D. Auf den Rand wurde der Name des Empfängers eingraviert.

c) V: Kopfbild von der rechten Seite mit Zopfſchleife, am Halsdurchſchnitt: KOR. unten im Bogen: 1785. Hmlchtift: WILHELM IX. LANDG. Z. HESS: BESCIHUTZER D: GESEIILSCII.

RS Inſchrift: PEMſVERDIENST IUM DAS VATERLAND. VON DER FURSTIL.: HESS:] GESELTSCHAFTDESIACKERBAUESUND DER KUNSTE.]GESTIFTET vON FRIEDRIGFI LNDGR: zU HESSEN.] 1773. Größe: 48 mm D.

Der Rand trägt in vertiefter Schrift den Namen des Empfängers und die Jahreszahl des Verleihens. Hoffmeiſter hat die Inſchriften: Pfarrer Beckmann zu Dens. 1794 auf einer vergoldeten Silbermedaille und: Schöppen Grebe Valentin Griesel zu Guxhagen. 1802 aus Herrn Sterns Samm⸗ lung, während Herr Direktor Dr. Ackermann ein Stück beſitzt mit: F. G. Canzler. Dr. philos: 1791, Herr Hermann Ludemig mit Wollgarnfabricant Justus Gleim zu Milsungen. 1801, Herr Wilhelm Schüßler mit J. Hartmann Neuschäfer zu Frankenberg. 1799, Herr Louis Wolff mit Stadtbaumeister Wolff zu Cassel(Erbauer der Fuldabrücke), vergoldet, Herr A. Fiorino mit: Dem Förster Rosen- pflänzer zu Ried. 1789 und Herr Stiftskaſſierer Kornemann mit Grebe Schade zu Beuren. 1793. An Randinſchriften bei b) habe ich bei Hoffmeiſter gefunden: Johannes Conradus Schmitt Consul civi- tatis Wetteranae und: Johannes Petrus Wagner Rector gymnasii Idsteiniensis..

4. Auch Rechen⸗ oder Zähl⸗Pfennige, die man im 16. und 17. Jahrhundert beim Rechnenauf der Linie im Gegenſatze zum(Ziffern⸗) Rechnenmit der Feder gebraucht hat, finden ſich im ehemaligen Kurheſſen vor.