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der endlichen vergleichsweiſen Beendigung des Streits am 6. Jannar 1840 die Bezeichnung Lyceum Fridericianum überkam. Nach der Gründung eines neuen ſtaatlichen Gymnaſiums in Kaſſel erhielt die alte Schule ſeit Oſtern 1886 den obigen Namen.
Am 1. April 1834 beging auf Veranſtaltung der Lycealdirektion der Rektor des Lyceums, Profeſſor Dr. Nathanael Cäſar, ſein 50jähriges Dienſt⸗Jubiläum, wobei ihm die Stadt Kaſſel eine goldene Ehrenmedaille überreichen ließ. Cäſar war am 18. Februar 1763 in Kaſſel geboren, war ſeit 1784 Lehrer, ſeit dem 4. Oktober 1802 Rektor am Lyceum daſelbſt und ſtarb im Ruheſtande in ſeiner Vaterſtadt am 25. Februar 1836. Sein Vorgänger im Rektorate, Karl Ludwig Richter, geboren am 22. Auguſt 1737 zu Halle a. S., zu deſſen Ehren 1847 eine Medaille gegründet wurde, war Rektor des Lyceums von 1779 bis zu ſeinem Tode am 9. Mai 1802. Dieſe Prämienmünze ſoll der⸗ jenige zur Univerſität abgehende Primaner der Schule empfangen, der ſich nach dem Urteil der betreffenden Lehrer durch Fleiß und Sittlichkeit während ſeines Aufenthalts in Prima bewährt hat. Unter anderen wurde ſie am 25. Januar 1877 dem Prinzen Wilhelm von Preußen, Königlicher Hoheit, zugeſprochen. Der Plan dieſer Stiftung wie die Idee der Medaille ſtammt von dem damaligen Gym⸗ naſial⸗Direktor Dr. Weber(1835 bis 1853) her, die Stempel wurden von dem Münzgraveur Wilhelm Körner gearbeitet und befinden ſich bei der Königlichen Münzdirektion zu Berlin.
Am Tage der Einweihung des Lyceums, 14. Auguſt 1779, wurden am Schluſſe der Feier durch den Kammerdirektor von Zanthier goldene Denkmünzen an die Mitglieder des Direktoriums und ſilberne, größere und kleinere, unter die Lehrer und Schüler der Anſtalt verteilt.
1. V: Kopfbild von der rechten Seite mit einem Zopfbande. Unten im Bogen: K0RNER. Umſchrift: FRIDERICUS TII. D. G. HASS. LANDG. HAN. COM.
R: Aufriß des Lyceumsgebäudes. Im Abſchnitt: LVCEUM FRIDERICIANUM FUNDAT.] CASSELL.: MDCCLXXVIII, ET INAUGR., D. XIV. AUG. IPSO. PRINC. NATALI. MDCCLXXIX Um⸗ ſchrift: IN PUBLICUM COMMODUM.
Größe: 46 mm D.
2. Von dieſer Medaille unterſcheidet ſich eine andere nur dadurch, daß ſämtliche im Abſchnitt der Rückſeite vorkommenden Buchſtaben U durch V dargeſtellt worden ſind.
3. V: Kopfbild von der rechten Seite mit einer Zopfſchleife; darunter KöRNER. Umſchrift: FRIEDERICUS II. D. G. HASS. LANDG. HAN. COM. Kranzartige Verzierung am Rande.
R: Aufriß des Lyceumsgebäudes. Umſchrift: LVCEUM FRIEDERICIANUM. Im Abſchnitt: FVND. ET INAUG. CASSELL.] DIENATAL. XIVAUG.] MDCCLXXIX. Kranzartige Verzierung am Rande.
Größe: 28 mm D.
Dieſe Medaille kommt auch in Kupfer vor. Von den ſilbernen befinden ſich in der Sammlung des heſſiſchen Geſchichts⸗Vereins zwei von erheblich verſchiedenem Gewichte(nämlich 11 und 7 gr.).
Die Jubiläums⸗Medaille für Cäſar iſt von dem Lehrer am Realgymnaſium zu Darmſtadt Ph. Wagner in den Beſitz der Münzſammlung des Muſeums zu Kaſſel gelangt:
4. V: Ein geflügelter Genius, leicht bekleidet, ſteht in Vorderanſicht auf dem perſpectiviſch gezeichneten Boden und erhebt mit der rechten Hand einen Eichenkranz. Umſchrift oben: DEM VER- DIENSTE Im Abſchnitt: L0os D. HELD F.
R: Eichenkranz mit doppelter Schleife; innerhalb desſelben eingraviert: DEM HERRN PROFESS. NATHANAEL CRSAR DR KRECTOR DES HIESIGEN LXCEUMS CASSEL D. 1 APRIL] 1834
Größe: 36 mm D.
Die oben erwähnte Richter⸗Medaille hat folgende Prägung:


