Aufsatz 
Die Lehre von der Sünde nach den Schriften des Neuen Testaments
Entstehung
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b) Allgemeinheit der Sünde. Der Verfasser des Buches erkennt(3, 4. 5) an, dasseinige würdig sind, dass ihr Name im Buch des Lebens bleibe,(14, 3 5)dass 144000 von der Erde erkauft sind, dem Lamm(Christus) folgen, wohin es gehen mag, dass in ihrem Mund keine Lüge gefunden wurde, dass sie ohne Fehl sind, er nimmt(2, 26. 14, 12. 13) an, dass es Christen gibt, die Christi Gebot halten, bis zu ihrem Ende an Christi Werken halten und darum im Herrn sterben(vgl. 3, 8 12), aber er erklärt sie damit nicht für sündlos, denn er verlangt(22, 11): der Heilige heilige sich noch d. h. er trachte nach steter Hebung und Besserung seines Wesens und preist(22, 14) die selig,die ihre Gewänder waschen d. h. immer mehr ihre Schwächen ablegen, damit sie ein Recht bekommen an den Baum des Lebens und zu den Thoren eingehen in die(ewige) Stadt. Er lässt in dem Ausspruch(2, 23)Und alle Gemeinden sollen erkennen, dass ich(Christus) es bin, der Nieren und Herzen erforscht, und ich werde euch geben, einem jeden nach seinen Werken durchblicken, dass nicht alle Gemeinden diesem Gericht ruhigen Gewissens entgegensehen können, er fordert(2, 5. 21. 22. 3, 3. 19) die Christen zur Busse auf und behauptet die Sündhaftigkeit aller Menschen, wenn er 5, 4 sagt:Und ich weinte sehr, dass niemand(nach V. 3 im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde) würdig befunden ward, das Buch zu öffnen noch hineinzusehen.

c) Entstehung der Sünde bei der Einzelperson. Der Verfasser erklärt in einem einzelnen Fall(2, 5):Aber ich habe wider dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Er nimmt also an, dass sich gewisse Einflüsse bei den Menschen geltend machen, durch die sie sich von ihrer ersten Liebe d. h. ihrer seitherigen rechten Richtung des inneren und äusseren Lebens abbringen liessen. Er denkt danach mehr an Schwäche, als an Bosheit, bei denen, die in Sünde fallen. Andererseits meint er, dass die Christen an ihrer sittlichen Erkenntnis einen festen Halt haben könnten, wie es die Mahnungen(2, 25)Nun haltet fest, was ihr habt, und (3, 11)Halte, was du hast, andeuten. Darin ist auch direkt an ihren Willen appelliert, wie es noch in andern Worten geschieht, z. B.Sei getreu bis zum Tod(2, 10),So beeifre dich nun und thue Busse(3, 19 vgl. 2, 5. 21. 22. 3, 3. 19),der Gerechte thue noch Gerechtig- keit und der Heilige heilige sich noch(22, 11). Indirekt wird der Wille zum Guten angeregt durch die Aussprüche:Wer da siegt und an meinen Werken hält bis zum Ende, dem will ich Macht geben über die Heiden(2, 26),Wer überwindet, den will ich machen zur Säule im Tempel(3, 12),Wer überwindet, dem will ich verleihen, mit mir auf meinem Thron zu sitzen (3. 21),Hier gilt es Geduld und Glauben der Heiligen(13, 10. 14, 12),Selig sind, die ihre Gewänder waschen, damit sie ein Recht bekommen an den Baum des Lebens und zu den Thoren eingehen in die Stadt(22, 14). Demnach liegt der Sünde die Nichtbeachtung der dargebotenensittlichen Erkenntnis und Willensschwäche zu Grunde.

10. Die Johannes-Schriften.

a) Wesen der Sünde. Die Sünde erscheint als: Schlechtes thun, Hass gegen das Licht d. h. gegen die durch Christus geoffenbarte Wahrheit(E. 3, 20), Ungehorsam gegen den Sohn (Christus)(3, 36), Sklavenverhältnis gegenüber dem Bösen(8, 34), Vollbringen der Gelüste zum Bösen, Ausserung der Verlogenheit und Verstocktheit, also als Gegensatz zur Hingabe an die Wahrheit, die allein vor Gott bestehen kann(S, 44), Folge des Pochens auf eigne Erkenntnis im Gegensatz zu der durch Christus vermittelten(9, 41), Verleugnung der inneren Lebenskraft, die jemand aus der Gemeinschaft mit Christus ziehen könnte(15, 2), Wandel in der Finsternis d. h. in Irrtum und Verblendung(I. 1, 6, vgl. E. 3, 19), UÜbertretung der göttlichen Gebote (I. 2, 4), Ungesetzlichkeit d. h. Verletzung des Sittengesetzes(I. 3, 4), Ungerechtigkeit d. h. Verletzung des göttlichen Rechtes(I. 5, 16), Folge mangelhafter Liebe zu Gott(I, 5, 3), Hervor- treten der Liebe zur Welt d. h. der innerlich vorhandenen Gottentfremdung(I. 2, 15. 16), Unter- lassung dessen, was Christenpflicht ist(I, 3, 17). Die Sünde ist also das gottwidrige Thun und Treiben, in das der Mensch gerät, wenn er sich nicht die von Christus gebrachte Wahrheit aneignet und danach sein Verhältnis zu Gott gestaltet, wenn er in innerer Unwahrheitverharrt, die darin besteht. dass er selbstgewählten Wegen den Vorzug gibt vor denen, die ihm Gott anweist. Joh. 1, 29. 8, 21 stehtSünde fürGesamtheit der begangenen Sünden.

b) Allgemeinheit der Sünde. DieWelt d. h. die gottentfremdete Menschheit liebt die Finsternis mehr, als das Licht, denn ihre Werke sind böse(E. 3, 19), sie verschmäht die ihr durch Christus nahegebrachte göttliche Wahrheit, weil sie das dadurch angeregte Sündenbewusst-