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vorbereitenden Thätigkeiten des Vulkans— bilden. Um die Erſcheinungen des Ve⸗ ſuv zu erklären, müſſen wir vorausſetzen, daß das Waſſer des tyrrheniſchen Meeres einige Meilen, vielleicht auch zehn, aber nicht hundert Meilen bis zu dem ſupponirten feurigflüſſigen Erdinnern dringe(die Unterſuchungen von W. Thomſon haben be⸗ kanntlich das Reſultat ergeben, daß die ſtarre Rinde der Erde weit dicker ſein muß, als man bisher anzunehmen geneigt war). In jener Tiefe von zehn Meilen hat das Waſſer(ſei es flüſſig oder gasförmig) vielleicht eine Temperatur von 2000 Grad; doch ſo viel würde es nicht bedürfen, um baſiſche eiſenreiche Geſteine zum Fluſſe zu bringen. Der Waſſerdampf ſchmilzt die leichtflüſſigeren Maſſen der Tiefe. Dieſe verſchließen den Dämpfen den Ausweg, bis endlich ihre Expanſion in's Ungeheure ſteigt und die geſchmolzenen Maſſen emporhebt und als glühende Lava, Aſchen und Schlacken auswirft. Eine rothe Flamme ſcheint intermittirend aus dem Gipfel zu ſteigen; doch der Wind beugt ſie nicht, wie er doch die Dämpfe jagt. Jene Flamme iſt nur ein täuſchender Schein, ein Refler der, wogenden Lava, von den Dämpfen geſpiegelt.”“¹)
Nicht ſelten ergießt ſich durch Spalten des Meeresbodens die Lava und verbrei⸗ tet ſich unter dem Waſſer über den Grund, die dort lebenden Organismen einſchlie⸗ ßend. Wol nicht immer ſind ſolche Lavenergüſſe von Feuererſcheinungen begleitet; ſie wiederholen ſich in längeren und kürzeren Zwiſchenräumen und ſchließen die in⸗ zwiſchen gebildeten Sedimentſchichten ein. Zuweilen geſtaltet ſich die vulkaniſche Kraft anders. Aus dem Meere treten plötzlich Rauchſäulen, durchzuckt von Blitzen, gemiſcht mit Regen von glühender Aſche und Lavaſtücken, welche zurückfallend allmählich einen über das unruhige Meer hervorragenden Aſchenkegel bilden. Inmitten dieſes Kegels tobt die vulkaniſche Kraft, ſiedende Waſſerſtrahlen werden hoch emporgeſchleudert und ſprin⸗ gen fontainenartig gen Himmel. Eine ſolche Eruption ließ am 24. Juli 1834 aus dem mittel⸗ ländiſchen Meere zwiſchen Sicilien und Afrika die Inſel Ferdinandeaals kegelför⸗ migen Krater emporſteigen. Doch ſchon Ende 1834 hatten die Wogen den aus Aſche gebilde⸗ ten Kraterkegel weggeſpült. An tiefern Stellen des Landes entweichen aus manchen Erdſpal⸗ ten mit ziſchendem Geräuſche Waſſerdämpfe, verbunden mit Waſſerſtoff, Kohlenſäure und Schwefelwaſſerſtoffgas. Finden ſolche Gasausſtrömungen in einem Waſſerbecken ſtatt, ſo verwandelt ſich Lava und Tuff in einen blaugrauen Schlamm. Verſchließt er dem ausſtrömenden Gaſe den Ausweg, ſo entſtehen Exploſionen, bei welchen Schlamm und Waſſer hoch emporgeſchleudert wird, die Schlammpfuhle werden durch dieſe Gasaus⸗ ſtrömungen in brodelnder, aufwallender Bewegung erhalten. Solche vulkaniſche Aeuße⸗ rungen tragen den Namen Schlammvulkane oder Salſen. Mit den vulkani⸗ ſchen Ausbrüchen treten Erdbeben auf, doch erſcheinen ſie auch in großer Zahl und Ausdehnung unabhängig von jenen. Es gibt kaum eine furchterweckendere Erſchei⸗ nung, als die des Erdbebens. Der Erdboden, den der Menſch gewohnt iſt als das
1) G. v. Rath, der Veſuv.


