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liegenden, und man kann beinahe mit Gewißheit behaupten, daß die lockerern der Oberfläche am nächſten liegen, eine Anordnung, welche völlig den Naturgeſetzen ent⸗ ſpricht; denn ſind die über einander liegenden Schichten anfangs von gleicher Dichte, ſo werden bald die unteren durch den Druck der darüber liegenden zuſammengepreßt werden.
Dieſe Erdſchichten ſind nirgends von gleicher Ausdehnung, weder hinſichtlich ihrer Oberfläche, noch ihrer Dicke. Manche erſtrecken ſich über große Gebiete, andre haben nur einen geringen Umfang; ihre Mächtigkeit ſteigt von wenigen Centimetern bis zu mehreren tauſend Metern. Manichfachen mechaniſchen und chemiſchen Verän⸗ derungen ſind dieſe Schichten unterworfen. Sand iſt in hohem Grade beweglich; der Wind, die Flut treiben ihn von Ort zu Ort. An den Meeresküſten häuft ſich durch Wellenſchlag und Wind der Dünenſand zu Hügeln auf, welche nach dem Meere hin ſteil abfallen, oft einige hundert Meter hoch ſind und mitunter weite Landſtrecken bedecken. In den Wüſten und ſelbſt auf ſandigen Ebenen bildet der Flugſand ähnliche Hügel. Der loſe Wüſtenſand iſt es, welcher von der libyſchen Wüſte her ſeit Jahrhunderten den öſtlichen Rand des fruchtbaren Aegyptens überflutet. Der vul⸗ kaniſche Sand wird aus den Kratern ausgeſchleudert. Fällt derſelbe dicht neben der Krateröffnung nieder, ſo vergrößert er den eigentlichen Vulkankegel. Nicht ſelten aber wird er vom Sturmwinde Meilen weit hinweggeführt und gelangt dann auf dem Meeresgrunde oder auf dem Feſtlande zum Abſatze. Die fließenden Gewäſſer führen Jahr für Jahr große Maſſen von Mineralien dem Meere zu, die uns bei oberflächlicher Betrachtung nur unbedeutend erſcheinen, in Wirklichkeit aber ganze Län⸗ der in aufgeloͤſtem Zuſtande ausmachen.„Der Rhein führt täglich 5200 Kubikmeter aufgeſpülten Schlamm bei Bonn vorüber. Da das Stromgebiet des Rheins ca. 4700 Quadratmeilen umfaßt oder etwa 0.“2s der Geſammtfläche Europa's bildet, ſo berechnet ſich daraus, angenommen die übrigen Bäche und Ströme dieſes Feſtlandes bewegten nicht mehr feſte Stoffe, als der klare Rhein, daß innerhalb 500 Jahren ſämntliche europäiſchen Flüſſe ein Schlammhaufwerk in die Meere führen, aus welchem ein Kegelberg von 2 ½¼ Quadratmeilen Grundfläche und 750 Meter Höhe, etwa wie der Brocken des Harzgebirges könne gebildet werden.“ ⁴)
Jedes Gewäſſer übt einen zerſtörenden Einfluß auf die mit ihm in Berührung kommende Oberfläche, aus. Zeugen davon ſind die zuweilen tief eingeſchnittenen Schluchten und ausgewaſchenen Flußthäler der Gebirge, die von den Wellen zernag⸗ ten und von der Brandung zerſchellten felſigen Küſten der Meere. Von der zerſtö⸗ renden Wirkſamkeit des Waſſers in hiſtoriſcher Zeit zeugt ferner die Inſel Helgoland. Von einem umfangreichen Eilande ſind nur noch zwei felſige Bruchſtücke übrig geblie⸗ ben.„Schon um das Jahr 800 ſoll ein großer Theil der Inſel vom Meere ver⸗ ſchlungen worden ſein. Aehnliche Abreißungen ereigneten ſich 1300, 1500 und 1649,
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¹) Ludwig, Buch der Geologie I.


