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Einwirkung der Götter entſtanden, deutlich durchſchimmert. Mit dem blutigen Sieg bei Munda in Spanien, 45 vor Chriſto, hatte J. Cäſar die letzten Anſtrengungen ſeiner Feinde gebrochen und ſtand in unbegrenzter Allgewalt da. Ein ſo wichtiges glückliches Ereigniß mußten die Götter vorher geahnt und bezeichnet haben. Plinius erzählt nämlich, nachdem er des Auffindens knöcherner Steine Erwähnung gethan: Palmati circa Mundam in Hispania, ubi Cæsar dietator Pompeium vicit, repe- riuntur. ¹)
Mit dem verſchwindenden Heidenthume fielen die Götter. Statt durch ihren Einfluß ließ man nun die Foſſilien durch die ſchöpferiſche Kraft der Natur entſte⸗ hen. Bis ins vorige Jahrhundert noch hat ſich theilweiſe die Anſicht erhalten, die Natur habe, bevor ſie vollſtändige Thier⸗ und Pflanzenkörper hervorgebracht, deren einzelne Theile probeweiſe in Stein vorgebildet, gleichſam einen Verſuch ihrer ſchöpferiſchen Kraft gemacht.
Erſt zu Ende des vorigen Jahrhunderts brach durch den Mineralogen Abraham Werner in Freiberg(1750— 1817) die Morgendämmerung für Geologie und zu⸗ gleich für Petrefaktenkunde an, und erſt der neueren Zeit war es vorbehalten, durch eifrige Pflege der Paläontologiez) Licht und Aufklärung über die wahre Bedeutung der Verſteinerungen zu bringen.
„Da aber jede junge Wiſſenſchaft nur lückenhaft ſein kann, ſo muß dies mit der Geologie um ſo mehr der Fall ſein, als ſelbige eine Vollendung ihrer ſämmtlichen Hülfswiſſenſchaften, der beſchreibenden Naturgeſchichte, Naturlehre, Chemie u. ſ. w vorausſetzen muß, welche dieſe durchaus noch nicht beſitzen. Erſt wenn alle Theile der Erdoberfläche, wenn alle Schichten der ſie bildenden Geſteinsformationen genau unterſucht, die als Denkmale früherer Zuſtände des Erdballs in ſie eingebetteten Ver⸗ ſteinerungen, ſowie die in ihnen durch den Stoffwechſel entſtandenen Mineralien gründ⸗ licher erforſcht ſind, alsdann erſt wird ſich die Geologie ihrer Vollendung nähern. Sie darf jedoch nicht aus Vorausſetzungen, welche auf einzelnen unzuſammenhängen⸗ den Beobachtungen oder gar auf naturwidrigen Annahmen beruhen, eine Fabel dich⸗ ten, ſie ſoll zu erforſchen ſuchen, wie die Welt ſich allmählich geſtaltet hat. Die Na⸗ tur ſelbſt bietet uns dazu die Mittel dar; es kommt nur darauf an, das Dargebotene zu würdigen. Wer mit dumpfem finſtern Gemüthe die Natur verachtet, oder wer den Stoff nur als Zweck des menſchlichen Daſeins betrachtet, der wird ſich nie mit ganzer Kraft den vielen Mühen und Anſtrengungen hingeben, welche das Studium der Na⸗ tur erheiſcht. Aber diejenigen, welche in dem Weltall„Gottes Werk“ erkennen, welche fühlen, daß ſich des Schöpfers Größe in ihm offenbart, und daß Er durch die Natur zu allen Weſen verſtändlich redet, dieſe werden nie ermatten in der Erforſchung der Urſachen, welche den Naturerſcheinungen zu Grunde liegen. Alle die Männer,
¹) Plinii natur. hist. lib. XXXVI. cap. XVIII. sect. 29. 2) X60C Toy axlai Dyroy, die Wiſſenſchaften von den alten Weſen.


