Productus horridus Sowerby und ſeine Lagerſtätte.
Eine palaeontologisch-geologische Skizze
von W. Schwarz.
Vis in die älteſten Zeiten reichen die Nachrichten zurück, die wir über das Vor⸗ kommen von Verſteinerungen beſitzen. Bei Griechen und Römern erregte die merkwürdige Erſcheinung zu Stein umgewandelter Thier⸗ und Pflanzenreſte— das zur Felsmaſſe erſtarrte organiſche Leben— ſchon frühe Beachtung und Staunen. Die Mythe von dem in Stein verwandelnden Anblick des Meduſenhauptes ſchien zur Wahrheit geworden zu ſein. Die erſte Kunde iſt in den Schriften des Herodot(um 450 v. Chr.) enthalten. Er erzählt, ägyptiſche Prieſter hätten ihm mitgetheilt, daß ein großer Theil Aegyptens durch Anſchwemmung von Land entſtanden wäre. Indem er dieſe Mittheilung kritiſirt, ſagt er, nachdem er auf die Wahrſcheinlichkeit ähnlicher Landanſchwemmung am rothen Meere hingewieſen hat, im 12. Kapitel des 2. Buches: rà soL ATTorroy y xal roto XS,rO2, aA sioa kan adrc 00ro zdο ν dOνεον stval, 10Gy rs Thy Akforroy Oxs,e Tie SOen; Tie 1oTNonA rs arusva dn rolor 5Psat zal A,un 2ra„ds0a»„. r.*.„Ueber Aegypten ſchenke ich daher auch denen, die mir ſolches erzählten, Glauben, und bin ſelbſt ganz der Anſicht, daß es ſich ſo verhalte, nachdem ich geſehen, wie Aegypten vor dem feſten Lande(Afrika's) liegt, auf den Bergen Muſcheln ſichtbar ſind, und Salz auf der Oberfläche hervorkommt.“*¹)
Hierzu bemerkt Brugſch:„Im Innern des Nummulitenkalkſteines der libyſchen Bergkette finden ſich die Gehäuſe und Schalen von Schnecken und Muſcheln, kleinen und großen, zu Tauſenden. Die Steinbloͤcke der Pyramiden beſtehen zum größten Theile aus dieſem Geſtein; zahlloſe kleine Muſcheln, aus verwitterten Steinen her⸗ ausgefallen, bedecken den Boden der Wüſte um die Pyramiden.“ Eine fernere Nach⸗ richt findet ſich in der Naturgeſchichte des Plinius(23— 79 n. Chr.) aufbewahrt, doppelt intereſſant, da zugleich die Anſicht des Alterthums, die Petrefakten ſeien durch⸗
¹) Herodot, überſetzt von Bähr II. 12.


