Aufsatz 
Über die Verwendung der Parallelprojektion im geometrischen Unterricht
Entstehung
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6 I. Die einfachſten Körper in Parallelprojektion.

Will man auf Maſchinenteile eingehen, denen die Schüler reges Intereſſe entgegenbringen, ſo iſt hier die geeignete Stelle, weil die ſtets in größerer Zahl auftretenden Kreiſe hier als ſolche erſcheinen, während man i. a. kongruente und ähnliche Ellipſen zeichnen müßte. Verdeckte Linien bleiben hier am beſten ganz weg. Man kann Fig. 2 leicht zu einem Lager ausbilden, auch mit abgehobenem Lagerdeckel; Wellrad und Kurbel bieten ebenfalls keine Schwierigkeit, auch eine Transmiſſion eignet ſich, ſofern man die Riemenſcheiben maſſiv(aus Holz beſtehend), ev eingedreht annimmt. Abmeſſungen und Skizzen, die man nur in ſchiefe Projektion zu ſetzen braucht, findet man in Bernullis Vademekum des Maſchinenbauers. Hier ſoll noch ein ſchematiſches Bild des Er zenters(Fig. 3) folgen, das man natürlich auch noch mehr vereinfachen kann. Vergleiche übrigens das Bild des Trommelankers von Hefner⸗Alteneck bei Müller u. Presler' ſowie den Doppel⸗T-⸗Anker.

6. Als Beiſpiel eines abgeſtumpften Kegels kann u. a. ein Hebelumſchalter(Fig 4) dienen. Die Erzeugenden gehörig verlängert gehen wie die Achſe durch die Spitze des Er⸗ gänzungskegels; verlegen wir dieſe im Bilde außerhalb der Grundkreiſe, ſo erhalten wir wie beim Zylinder zwei Umrißerzeugende, die äußeren Tangenten der Grundkreiſe, die ſich mit der Zentrale im äußeren Ähnlichkeitspunkt treffen. Der Umriß wird geſchloſſen durch Bögen der Grundkreiſe, deren Mittelpunktswinkel ſich zu 360° ergänzen. Man nehme den vorderen Grundkreis und die Kegelſpitze an, ziehe die Tangenten durch Anlegen des Lineals an Punkt und Kreis und konſtruiere dann den zurück⸗ liegenden Grundkreis; die Mittellinie des Hebels muß durch die Mitte dieſes Kreiſes gehen, während der

Fig. 4. vordere Grundkreis ſeitlich verſchoben erſcheint. Müller⸗Presler, a. a. O., S. 111 u. 112.

4 Dieſe Verwendung des Lineals paßt nicht in das Syſtem der Konſtruktionen mit

Zirkel und Lineal; gleichwohl verdient ſie geübt zu werden, da ſie ſehr einfach und genau iſt; die Berührpunkte müſſen in der bekannten Weiſe beſtimmt werden.

Fig. 2.

Fig. 3.