Aufsatz 
Mitteilungen über die Michelstädter Kirchenbibliothek / von Adam Klassert
Entstehung
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hafftigen Geſchichten.. in.. Francken Wölſch vnnd Teütſch landen biß auff das 1515.(Augsburg) Weller 890. 11: Ein hüpſch biechlin.. Propleumata Ariſtotiles(t!). Straßburg 1515 M. Hüpfuff. 12: Wetter biechlin... durch den Jungen Hans ſchenſperger, Augsburg 1510. 13: Die X. alter diſer welt. Hie findt man die zehen alter nach gemainem lauff der welt mit fil ſchönen hyſtorien be⸗ griffen, vaſt liebs lich zu leſen vnnd zu hören. Vnnd ſindt dieſe alter von wort zu wort nach inhalt der matery vnd anzaigung der figuren geſpilt worden Im fünffzehenhu(n)dertſten: Jar, auff der herren faſtnacht von etlichen erſamen] vnd geſchickten Burgern ainr loblichen ſtatt Baſel.(Holzſchnitt des Fünfzigjährigen mit Monogramm des Zeichners oder Holzſchneiders A S, darunter): Welcher gern wüſt der welte lauff) der lug das er diß büchlin kauff. Bl. 16 a, Zl. 28: Pamphilus Gengen⸗ bach! Hie enden ſich die zehen alter, welche ſindt zu ſamen geſucht vnnd inn reymen geſetzt durch Pamphilum Gengenbachſzu lob vnd eren den Erſamen Burgern ainer loblichen ſtatt Baſel. Da⸗ runter:A. K.! N. Dieſe Buchſtaben möchte ich als das Verlegerzeigen Anton Kobergers in Nürn⸗ berg anſehen, der 1513 ſtarb. Damit verſchiebt ſich das Druckjahr derZehn Alter gegen Goe⸗ dekes Annahme von 1515. Goedeke(Gengenbach 603) muß ſelbſt zugeben, daß auch 1502 in den Verſen 406 ff. gemeint ſein könne, und vomheimlichen Gelde V. 507 ſpricht man in der Schweiz nicht erſt 1513, wie Goedeke meint, ſondern z. B. ſchon 1507, wo im Jetzerhandel) das angeblich redende Muttergottesbild die Berner tadelt, daß ſie von dem König von Frankreich Penſion nähmen. Auch an einen Ausfall der ſogenannten minderen Zahl iſt bei unſerem Drucke nicht zu denken, da die Jahreszahl nicht durch Ziffern wiedergegeben iſt, wie bei Goedekes Druck A. Vielleicht iſt unſere Ausgabe, deren Vokalismus auf Franken hinweiſt, von Gengenbach zuerſt bei Koberger veranſtaltet worden, zu dem er Beziehungen hatte.²) Die Jahreszahl 1500 iſt ſicher abſichtlich geſetzt, nicht aus⸗ geſchloſſen, daß die Bearbeitung für den Druck einige Zeit ſpäter erfolgte, worauf ſchon die Vor⸗ anſtellung desLeſens vor dasHören auf dem Titelblatt ſowie in V. 810 f.(Goedeke): Da⸗ rumb bit ich die all geleich die dyſes ſpil leſen vnd hören ſchließen läßt. 905, 14: Zu lob vnd Ere des aller durchleichtigiſten.. Maximilian.. Römiſchen kaiſer.. Hat durche!) Joannes Pfefferkorn etwan ein Jud... dyß büchlin gemacht.. Vnd ſagt wie die k. ma. dem vorge⸗ melten pfefferkorn volmechtign gewalt geben hat den Juden alle falſche bücher zenemen, wie die haiſen, vnd welche bücher inen zu gelaſen ſeind, vnd viel hübſcher leſſen wie ſy in irem geſötz leben. Augsburg 1510 Erh. Oeglein. 20: Vom Zutrincken. Neün laſter vnnd miß breuch die Erfolge(n) aus dem ſchändlichen zutrincken, darmit jetzt gantz Teütſch nation befleckt vnd] veracht iſt. MDxxiij. 4. Bl., Bl. 2 a: Die beſchwerden ſo auß dem Laſter der Trunckenheyt oder vbermeſſigs zutrinckens eruolgen. Unter allen Hauptlaſtern vnd ſünden iſt nit das geringſt der ſchentlich vnd vnerlich Myßbrauch des zutrinckens,... Gedruckt durch Georg Erlinger zu Bamberg. Oben auf dem Holz⸗ ſchnittrahmen des Titelblattes tubablaſende Engel mit der Jahreszahl 1523. Dies iſt offenbar der Urdruck der anonymen Schrift, der bis jetzt nur in Berlin ſich feſtſtellen ließ. Weller 2740 verzeichnet einen Druck von Jörg Gaſtel, Zwickau 1523(German. Muſeum) und zwei Drucke von 1524, o. O. 3229 und 3230 aus Eylenburgk. Als Verfaſſer vermute ich Joh. von Schwarzenberg, deſſen Büchlein vom Zutrinken Willy Scheel neu herausgegeben hat(Neudrucke, Halle 1900, Nr. 176). Es erſcheint wohl denkbar, daß Schwarzenberg, der 1522 aus bambergiſchen in brandenburgiſche Dienſte getreten war, ſeine Beziehungen zu Bamberg benutzte, um dem dortigen üppigen Hofe, allerdings anonym, einen Spiegel vorzuhalten, indem er im vorletzten Abſatz auf das furchtbare Argernis hinweiſt, daszum forderſten die in höhe ſtend vnd wyrdigkeyt ihren Unterthanen geben, und nachdem er beklagt,wie vil perſonen ſeind durch vbermeſſig zu trincken bey fürſten vnnd herrn zugroſſen ſtenden emptern vnnd eeren gelangt, den letzten Abſatz mit der Warnung beſchließt: warlich die axt iſt an die wurtzel des baumes gelegt, vnd der zorn gottes nahe das wölle(bit ich) ein yeder behertzigen vnnd ſich zu(Bl. 4b Zl. 14:) got ſeynem ſeligmacher wenden Amen. 21: Luthers Epiſtel(1522) von den heyligen, an die kirch tzu Erffurdt. Erfurt tzum Schwartzen Horn)(Math.

¹) Nach den Forſchungen von N. Paulus und den Berner.Prozeßakten ergibt ſich, daß die vier 1509 verbrannten Dominikanermönche ſelbſt ein Opfer des Betrügers Jetzer geworden waren. R. Steck, der Berner Jetzerprozeß, Bern 1902.

²) O. Haſe, die Koberger, 2. Aufl. Leipzig 1885 S. 80: Koberger ſchreibt im März 1499 an Amerbach in Baſel: Zeiger dieſes Briefes beklagt ſich, wie ihm ſchuldig ſei einer, heißt Panfulus, ein Setzer, wollet ihm beholfen ſein, daß er bezahlt werde. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß Gengenbach im Laufe der nächſten Jahre dem Gläubiger das

Manunſkript überlaſſen und erſt nach Kobergers Tod in ſeiner mittlerweile errichteten eigenen Druckerei die Zehn Alter nachgedruckt hat. ³) Titelbordüre: v. Dommer 130 b; Monogramm FB(Nagler I 1818).