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Tauber(8 Bl.), 903,6= 895,2 Henr. Schleichershöuers von Aurbach Bericht vff vier Chriſtliche ſtück, Worms 1524, Pe. Schöffer uff Meielburg am Meintzerthor; die folgende Nummer iſt eine im Dienſte der Judenmiſſion ſtehende, bereits im 15. Jahrhundert öfter gedruckte„Epiſtel Rabbi Samuelis des Juden“, Colmar 1524 bei Amand Forckall. 965 enhält das erſte deutſche Geſangbuch der böhmiſchen Brüder, deſſen Herausgeber Michael Weiſſe im Vorwort die deutſche Gemein Gotes vnd Chriſtliche bruderſchaft zur Lantzkron vnd zur Füllneck auf ſeinen in Zwickaw erſchienenen Unterricht verweiſt: Ein new Geſangbuchlen MDXXXI(in dem Holzſchnittrahmen oben die Jahreszahl 1523, Schluß fehlt, viele handſchriftliche Einlagen, teilweiſe doppelte Signaturen, 3z B: L 1=w 10); in der 2. Aufl. ſeines Grundriſſes II 225 nennt Goedeke die Ausgabe gedruckt zum jungen Buntzel inn Behmen 1531, 12. Merz, als älteſte). Hier mögen auch einige liturgiſche Bücher der Grafſchaft Erbach Erwähnung finden, Nr. 1000: die Kirchenordnung, Frankfurt 1602, 1248 und 1249 das 1748 in Frankfurt a. M. und 1797 in Heidelberg verlegte Erbachiſche Geſangbuch.
Beſonders wertvolle Proben der volkstümlichen Literatur des erſten Viertels des 16. Jahr⸗ hunderts enthält der Sammelband E 905: 1 iſt die anonyme Schrift des Ritters Dietrich von Dalberg:„Ein chriſtlich vnderricht“, eine Erklärung des Vater unſer und Anleitung zum betrachten⸗ den Gebet(Weller 3662; ebenfalls ohne Verfaſſer: 3661 Speyer 1525; mit Namen 1524: Weller 3188 und F. W. E. Roth, Mitt. d. hiſt. V. der Pfalz XIX 101 Nr. 8 ohne Jahr. Über den Verfaſſer vgl. Morneweg, Joh. von Dalberg S. 297, Anm. 158(Dietrich gehörte auch zu den Rittern, bei denen ſich Schenk Eberhard zu Erbach 1525 für ſeinen von den Sickingern ver⸗ folgten Sohn Eberhard verwandte. S. Schneider, Erbachiſche Hiſtorie S. 171). 2: Diſs biechlin wirtt genant die weiſſagung von zukünftiger betriebtnuß.... Sant Birgitta Sant Sibilla Sant Gregorius Sant Hilgart Sant Joachym. 1510 Hans ſchenſperger der Junge. 3: Ein ſpiegel der natürlichen himliſchen vnd prophetiſchen ſehungen... Prieſter Joſ. Grünbeck, Augsburg, der jung Hans Schönſberger(1522); die erſte Ausgabe erſchien nach Friedrich S. 70 bei G. Stüchs in Nürn⸗ berg 1508. 4: Methodius(Inkunabel). 5: Von den ſyben Geyſten oder Engeln.. Joh. von Trittenheym, Nürnberg 1522 H. Höltzel(1. A. 1508). 6: Prognosticon.. Joh. Virdung ed. 1521 oppenheym(Nr. 991 enthält die deutſche Ausgabe, Oppenheim 1521). 7: Ain Warnung des Sündtfluſs oder erſchrockenlichen waſſers des X XIIII. jars auß natürlicher art des hymels zu beſor⸗ gen mit ſambt außlegung der groſſen Wunderzaichen zu Wien in oſterreych erſchienen des 20. iars (Weller 1664; das fehlende Titelblatt konnte aus Joh. Friedrich, Aſtrologie und Reformation, München 1864 ergänzt werden— 4 aſtr. P. 511/11 der Münchener Hof⸗ und Staatsbibliothek). Als Verfaſſer dieſer die Reformation und den Bauernkrieg predigenden Schrift betrachte ich Pamphilus Gengenbach, als deſſen im Eingang erwähnte vorausgegangene Schrift den Urdruck von Weller 1322 und das Flugblatt 1323; auf die letzteren ſcheint G. Tanſtetter, Doktor der Freien Künſte und der Medizin in Wien, in ſeiner dem Erzherzog Ferdinand gewidmeten Vorherſagung auf d. J. 1523 mit den Worten anzuſpielen:„dieſe Jahre hat man etliche große Zettel und Büchel mit vielen wun⸗ derlichen und öden Gemälden, auch Vorherſagung auf das 24. Jahr umgeführt, die ich nicht für eines gelehrten rechtſchaffenen Mannes Arbeit achte ſondern für das Gedicht eines Druckers oder Landfahrers“. Die Warnung ſchließt:„Bewaren ſich alle großmechtig, bevor die geyſtlichen, der pfeyffer hat den reyen auff geplaſen Got ſende ſein heiligen geiſt damit der glaub wol vnd lauter erclert werd hie ſein gnad zu erwerben vnd dort die freudt der ewigen ſeligkeit Amen“ Die an den „gemeinen mann“ gerichtete Schrift wurde in vielen Drucken verbreitet(Weller 1662 ff.). Sie wendet ſich zunächſt ſcheinbar an einen Fürſten, etwa den Statthalter Erzherzog Ferdinand, wäh⸗ rend Gengenbachs erſte Schrift über die„himmliſchen Zeichen“ Karl V. gewidmet war'). 8: Leonh. Rynmanns Practica vber die groſſen vnd manigfaltigen Coniunction der Planeten, die.. 1524 erſcheinen werden. Nürnberg 1523 Hier. Höltzel. Der Titelholzſchnitt zeigt unter den Wunder⸗ zeichen einerſeits die hinter dem Kaiſer Schutz ſuchenden kirchlichen Würdenträger, anderſeits eine zum Angriff heranziehende von einem fahnentragenden Stelzfuß geführte bewaffnete Bauernrotte, oben Trommler und Pfeifer²). 9: Johannes von Morßheim: Spigel des Regiments inn der Fürſten höfe, da Fraw Vntrewe gewaltig iſt, Oppenheim 1515(Jak. Köbel). 10: Chronik, Von vil Nam⸗
¹). Die„Warnung“ trägt auf dem Titelblatt einen Holzſchnitt, der unter den Wunderzeichen die Sintflut dar⸗
ſtellt. Gengenbachs wiedergefundene Wiener Praktik(Alt⸗Wicn IV 11 f., Goedele 518) konnte nicht verglichen werden. ²). S. darüber Friedrich S. 101 f., über die„Warnung“ S. 105.


