Aufsatz 
Das Klima von Weilburg a.d.Lahn
Entstehung
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Zeit liegen wir meiſt im Bereiche von zwar abſolut ſtarken, relativ aber flachen Hochdruckgebieten, mit denen ganz flache Tiefdruckgebiete bei immer noch abſolut hohem Barometerſtande wechſeln. Die tiefen Stratuswolken treten bei dieſer Wetterlage verhältnismäßig langdau ernd auf, während die Spitzen des Weſterwaldes und Taunus in den Wolken oder auch über ihnen liegen. Im Auguſt kommt anderſeits ſelten mehr als ein bedeckter Tag vor.

Iſt die Stratusdecke in jenen Wintermonaten infolge Ausbildung von ſtärkeren Luftdruckunterſchieden, alſo kräftigeren, beſonders nord⸗ öſtlichen Winden durchbrochen, dann zeigen ſich auch kaum höhere Wolken, und wir haben eine Reihe klarer Tage(Reihe 96). In dieſem Zuſammenhange können wir es verſtehen, daß die Monate November bis Januar uns verhältnismäßig häufig klare Tage beſcheren (wo wenigſtens das aus den 3 Terminbeobachtungen berechnete Be wölkungsmittel 0 iſt). Der Februar hat unter allen Monaten die abſolut größte Zahl von klaren Tagen. Nach dem Sommer zu nehmen die klaren Tage ab, und der Juli mit ſeinen Gewittern zeigt die ge ringſte Zahl. Kaum in jedem zweiten Jahre können wir im Juni und Juli einen ganz klaren Tag erwarten. Dagegen hebt ſich ihre Zahl in unſerm ſchönen September nochmals merklich.

Die größte Zahl von heiteren Tagen(Reihe 97) zeigt jedoch nicht der Auguſt oder September, ſondern der April, der überhaupt bei uns beſſer iſt als ſein Ruf. Die dann kräftig einſetzenden nord weſtlichen und nordöſtlichen Winde bei gleichzeitig zurücktretenden ſüd weſtlichen Winden tragen zu zeitweiſer Entwölkung bei. Der Mai ſchließt ſich in der Zahl der heiteren Tage dem April dicht an, und ihm folgt der Auguſt. Der Oktober hat die geringſte Zahl heiterer Tage. Der Anfang dieſes Monats beſchert uns zwar gewöhnlich noch einige Zeit Sonnenſchein, doch macht ſich der drohendeNovember himmel in der zweiten Hälfte des Oktobers meiſt ſchon geltend.

Weilburg hat wie alle in engeren Tälern liegende Orte, wo alſo die Luft nicht ſelten ſich ſtaut, viel unter Nebel(Reihe 100) zu leiden. Es beſitzt nächſt Marburg die meiſten Nebeltage(65) von allen Stationen der Provinz und übertrifft das Provinzmittel(41) erheblich. Zwar bleibt Weilburg hinter der nebelreichſten Station(Marburg mit 82 Nebeltagen) erheblich zurück, doch beſitzt es in den Monaten Mai bis September mehr Nebeltage als dieſes(29 gegen 25). Vom Oktober bis April iſt dagegen Weilburg ärmer an Nebeltagen als Marburg (36 gegen 57). In der kälteren Jahreszeit mit ihrer relativ hohen Luftfeuchtigkeit iſt die Zahl der Nebeltage naturgemäß größer als in der wärmeren(35 gegen 30). Am häufigſten ſind Nebeltage auch in Weilburg im Herbſt(28), wo der Erdboden in geringer Tiefe noch warm iſt und viel Feuchtigkeit an die Luft abgibt, ſobald er in der Nacht erkaltet. Umgekehrt iſt die Zahl der Nebeltage im Frühling am geringſten(9), wo der Erdboden in der Tiefe noch kalt und die Luft ſchon wärmer iſt. Im eigentlichen Winter iſt die Zahl der Nebeltage (13) trotz der durchſchnittlich hohen relativen Feuchtigkeit der Luft er heblich geringer als im Herbſt, weil im Winter der Boden häufig mit Schnee bedeckt und die Luft an ſolchen Tagen trockener iſt. Die größte Zahl der Nebeltage zeigt der eigentliche Herbſtmonat, der September (11). Doch handelt es ſich hier beſonders um Morgennebel, der in