Aufsatz 
Das Klima von Weilburg a.d.Lahn
Entstehung
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dem engen Weilburger Tale ſich länger hält als auf den Höhen. Am ſeltenſten ſind Nebeltage im April, der ja auch die größte Zahl der heiteren Tage in Weilburg beſitzt.

Niederſchläge.

Die mittlere jährliche Niederſchlagshöhe Weilburgs beträgt 715 mm(Reihe 115). Die Niederſchlagshöhe iſt am größten im Juli(86 mun), am geringſten im April(43 mm). Vom Juli nimmt ſie bis zum September ab, ſteigt im Oktober und nimmt im November von neuem ab. Im Dezember iſt ſie größer als im November und ſinkt von da bis zum Februar, um im März wieder ein relatives Maximum zu erreichen. Dieſer Wechſel in der Niederſchlagsmenge während des Jahres iſt kein zufälliger, ſondern er deckt ſich mit dem Jahresverlauf an allen übrigen Talſtationen der Provinz. Zudem ſpiegelt ſich der in der geringeren Niederſchlagshöhe ausgedrückte kon tinentalere Charakter der Monate Februar, April, September und November auch in den Windverhältniſſen wieder.

Allerdings iſt hierbei nicht die verſchiedene Länge der Monate berückſichtigt. Doch auch wenn man die mittlere Niederſchlagshöhe der einzelnen Monate durch die Zahl der Monatstage teilt, alſo die mittlere Niederſchlagshöhe für den Monatstag berechnet (Reihe 117), ändert ſich am Jahresverlauf nichts weſentliches. Der Februar ſteht auch hier dem Januar nach.

Auch wenn man berechnet, wieviel Prozente die mittlere Niederſchlagshöhe der einzelnen Monate von der Jahres höhe beträgt, (Reihe 116) ergibt ſich der gleiche Jahresverlauf.

Die größten jemals in Weilburg gemeſſenen monatlichen und jährlichen Niederſchlagshöhen finden ſicht in Reihe 118. Hiernach brachte das niederſchlagreichſte Jahr(1905) uns faſt 85 cm Niederſchlag. Im Verhältnis zu andern Orten der Provinz(ſogar zu Wiesbaden) iſt das nicht viel. Doch übertrifft Weilburg auch hierin ganz erheblich Marburg. Anderſeits iſt auch im trockenſten Jahre(1892) in Weilburg doch noch faſt 52 cm Niederſchlag gefallen(Reihe 119). Auch hierin ſind die Niederſchlagsverhältniſſe Weilburgs gleichmäßigere als die der übrigen Talſtationen der Provinz, wo überall(ſogar in Fulda) trockenere Jahre vorgekommen ſind. Die abſolut ſtärkſte monatliche Niederſchlagshöhe zeigt der Juli(1893), die geringſte fanden wir im April(1893), beides in Übereinſtimmung mit den Verhältniſſen an faſt allen anderen Talſtationen der Provinz. Abſolut niederſchlagsfrei iſt noch nie ein Monat in Weilburg geweſen, in Marburg iſt das ſchon vorgekommen.

Der Juli zeigt auch(Reihe 120) die durchſchnittlich g rößte tägliche Niederſchlagshöhe: 23 mm, der April die geringſte: 10 mm. In beiden ſteht Weilburg über allen Talſtationen der Provinz.

Die gleiche Verteilung finden wir auch für die größten, jemals aneinem Tagegefallenen Niederſchlagsmengen(Reihe 121). An einem Julitage(1894) fiel danach in Weilburg 60 mm Nieder⸗ ſchlag. An allen nördlich vom Taunus gelegenen Talſtationen ſind ſchon größere Niederſchlagsmengen beobachtet.