Aufsatz 
Das Klima von Weilburg a.d.Lahn
Entstehung
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Über die Stärke der Winde liegen genaue Beobachtungen nicht vor.

Als Notbehelf zieht man wohl die Zahl der Windſtillen heran. Doch darf dies für Weilburg auch nur mit Vorſicht ge ſchehen, da ja in der größten Zahl der Jahre abends Wind nicht beobachtet wurde. Immerhin wollen wir es nicht unterlaſſen, umſo mehr, da der Jahresverlauf der in Reihe 90 abgedruckten Prozent zahlen für die beobachten Mittel von ganz Naſſau ziemlich übereinſtimmt. Danach hätte Weilburg in 19% aller Beobachtungen Windſtille, alſo etwa ſoviel als Fulda, aber erheblich mehr als Marburg. Die meiſten Windſtillen ſind beobachtet im Herbſt, die wenigſten im Frühling, was mit dem Provinzmittel übereinſtimmt. Von den einzelnen Monaten hat der September am häufigſten Windſtille, wie bei allen anderen Stationen der Provinz, der September wäre alſo der ruhigſte Monat. Von da ab nimmt die Zahl der Windſtillen im allgemeinen bis zum Mai ab. Der Mai, der auch im Mittel von ganz Naſſau am ſeltenſten Windſtille zeigt, wäre danach der unruhigſte Monat, wenn er auch natürlich nicht die ſtärkſten Winde bringt. Dies deckt ſich mit dem wechſelvollen Charakter unſeres Mai, wie er auch z. B. hinſichtlich der Temperatur feſtgeſtellt iſt. Von Mai bis September nimmt gleichmäßig die Zahl der Windſtillen zu. Auffallend in der allge meinen Abnahme der Windſtillenzahl vom September bis zum Mai iſt, daß dies in Weilburg zunächſt nur bis Oktober geſchieht, daß im November dagegen wieder eine Steigerung auftritt, was ſonſt inner halb der Provinz nur in Caſſel und Hachenburg beobachtet wird. Das kann jedoch ſehr wohl auf Wirklichkeit beruhen, da der November in Weilburg auch in Bezug auf Windrichtung und Bewölkung ja eine gegenüber den Verhältniſſen der meiſten Orte der Umgebung abweichende Stellung einnimmt.

Der Vollſtändigkeit halber wollen wir auch die Zahl der Sturmtage(Windſtärke 8 und mehr) heranziehen, trotzdem ihre Abſchätzung ſehr von der Anſicht des Beobachters abhängt(Vergl. Reihe 91). Die mittlere Zahl der Sturmtage beläuft ſich im Jahre auf 16, iſt demnach etwas größer als in Marburg. Wie überall in der Provinz bringt der Winter die größte, der Sommer die geringſte Zahl von Sturmtagen, und der Frühling iſt etwas reicher daran als der Herbſt. Von den Monaten zeigt in Weilburg der März die meiſten Sturmtage(ebenſo in Marburg und Hachenburg). In ihm haben wir alljährlich 3 Sturmtage zu erwarten. Die Häufigkeit der Sturm⸗ tage nimmt dann(ähnlich wie in Fulda und Hachenburg) bis zum Juni ab, wo nur in jedem zweiten Jahre ein Sturmtag aufzutreten pflegt. Dieſer Monat zeigt die geringſte Zahl der Sturmtage, ſie ſteigert ſich dann bis zum Auguſt, fällt aber wieder im September, der auch die größte Zahl der Windſtillen bringt. Ziemlich hoch iſt die Zahl der Sturmtage noch im Januar.

Bewölkung. Das Jahresmittel der Bewölkung(Reihe 92) beträgt 66%, d. h: es ſind 66 Hundertſtel des ganzen Himmels von Wolken ein⸗ genommen. Dies Jahresmittel ſtimmt mit dem der Provinz(65%) faſt