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Wichtiger noch als dieſe Tage mit hohen Temperaturen ſind die mit tiefen, vor allem mit Froſt. Am Erdboden tritt der Froſt be⸗ kanntlich eher ein als in der Luft, und ſo konnte auf die früher ange— gebene Weiſe, unter Zuhülfenahme der Reiftage, berechnet werden, daß Weilburg im Durchſchnitt 99 Tage“*) mit Bodenfroſt(Reihe 25) hat, aber nur 96 Tage, an denen auch die Luft ſich unter 00° abkühlt (Reihe 26). Das Weilburger Mittel von 96 Froſttagen kommt wiederum dem Provinzialmittel am nächſten, bleibt aber hinter dem Marburger merklich zurück. Die Froſttage ſind im Frühling(22 häufiger als im Herbſt(16), wo im Boden noch Wärme aufgeſpeichert iſt. Wie bei allen Talſtationen zeigt der Januar die meiſten Froſt— tage, alſo ebenſo viel wie der ganze Frühling. Ihm kommt am nächſten der Dezember.— Berechnet man die durchſchnittliche Länge der Froſt⸗ perioden, an denen alſo Tag für Tag Froſt eintritt(Reihe 33), ſo findet man, daß Weilburg ebenſo wie in bezug auf die Zahl der Froſttage noch ziemlich günſtig gelegen iſt. Die mittlere Länge der Froſtperioden beträgt 4,2 Tage, bleibt alſo hinter dem Provinzial⸗ mittel und auch hinter dem Marburger merklich zurück. Die längſten Froſtperioden zeigt durchſchnittlich der Januar. Ihm folgt auch hier der Dezember und dann erſt der Februar. Auch die mittlere Länge der größten Froſtperiode(Reihe 34) iſt in Weilburg nicht ſo groß(22) wie in den benachbarten Stationen. Doch pflegen im Januar immer noch Froſtperioden bis zu 15 Tagen Länge und in den beiden Nach⸗ barmonaten faſt ebenſo lange vorzukommen. Im Mai dagegen und im September ſinkt die durchſchnittlich größte Länge der Froſtperioden auf weniger als 2 Tage.— Wohlaber ſind auch im Mai ſchon btägige Froſtperioden vorgekommen, im März ſolche von 15 Tagen, ja im eigentlichen Winter Froſtperioden von mehr als 30 Tagen Länge, einmal ſogar eine ſolche von 60 Tagen(Reihe 35).
Noch etwas günſtiger liegt Weilburg in bezug auf die durch⸗ ſchnittliche Zahl(23) der Eistage.(Reihe 27). Alle nördlich vom Taunus gelegenen Stationen beſitzen deren mehr. Wahrſcheinlich wirkt auch hier wie bei den Froſttagen die Lahn ausgleichend, die das enge Weilburger Tal verhältnismäßig ſtärker beeinflußt als z. B. das weitere Marburger Tal. Nächſt dem Januar hat wie an allen be⸗ nachbarten Stationen der Dezember die größte Zahl von Eistagen. Vom April bis zum Oktober kommen Eistage nicht vor, d. h. hier ſteigt das Thermometer mittags ſtets über den Gefrierpunkt.— Eis⸗ perioden ſind naturgemäß kürzer als Froſtperioden. Ihre mittlere Länge(Reihe 42) beträgt im Jahresdurchſchnitt in Weilburg nur 3,4 Tage und iſt demnach kürzer als bei allen nördlich vom Taunus ge⸗ legenen Stationen. Eisperioden ſind ebenfalls nächſt dem Januar im Dezember am längſten. Im Januar erreichen ſie nicht ſelten eine Länge von 6, im Dezember von 5 Tagen(Reihe 43). Doch ſind in allen 3 Wintermonaten ſchon Eisperioden von mehr als 10 Tagen Länge, ja einmal iſt eine ſolche von 23 Tagen Dauer vorgekommen, die letzte bezeichnenderweiſe im Februar(Reihe 44).
Dagegen iſt Weilburg in bezug auf die Zahl der kalten Win⸗ ternächte(Reihe 28) wieder etwas ungünſtiger geſtellt als z. B.
*) In Wirklichkeit dürfte Bodenfroſt häufiger ſein.


