Aufsatz 
Das Klima von Weilburg a.d.Lahn
Entstehung
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gemäß höher als die eben beſprochenen mittleren Tagesmaxima. So haben wir zu erwarten, daß die Temperatur in jedem Juli einigemal auf faſt 31° ſteigt und in den beiden Nachbarmonaten 300 beinahe erreicht. Auch hier iſt wie beim mittleren Tagesmaximum der Unter⸗ ſchied vom Juli zum Auguſt geringer als der vom Juni zum Juli. 20° überſteigen die Nachmittagstemperaturen mitunter auch noch im April⸗Mai und im Oktober-November, 10° in allen Monaten außer dem Januar.

Uberblickt man die jemals in den einzelnen Monaten vorge kommenen Höchſttemperaturen(Reihe 20) ſo findet man, daß die allerheißeſten Nachmittage nicht im Juli ſondern im Auguſt vorkommen. Dies ſtimmt mit den Verhältniſſen in faſt allen benachbarten Stationen überein und iſt wohl darauf zurückzuführen, daß im Auguſt die Be wölkung erheblich geringer iſt als im Juli. Zwar zeigen die Morgen ſtunden etwa die gleiche Bewölkung wie in beiden Nachbarmonaten, doch iſt die Mittags⸗ und vor allem die Abendbewölkung, alſo wohl auch die Nachmittagsbewölkung geringer als im Juli. Die Ein ſtrahlung der Sonne iſt daher beſonders in den Nachmittagsſtunden im Auguſt größer als im Juli. Auch in den Monaten Mai, Juni und September können die Nachmittagstemperaturen ausnahmsweiſe 30⁰° überſchreiten, auf mehr als 20° können ſie auch im März ſteigen, auf mehr als 100 ausnahmsweiſe in allen Monaten. Die höchſte in Weilburg je beobachtete Temperatur betrug 37,2°(im Schatten!). Sie wurde im Auguſt 1892 gemeſſen, ſtammt alſo nicht aus der Zeit der ungünſtigen Aufſtellung der Thermometerhütte.

Nachts ſinkt die Temperatur in Weilburg im Durchſchnitt des Jahres auf 40(Vergl. Reihe 16 und 17), im Juli nur auf faſt 12³, im Januar auf faſt 4⁰. Weilburg iſt auch hierin etwas günſtiger geſtellt als Marburg. Unter 10° ſinkt das durchſchnittliche täg⸗ liche Temperaturminimum in allen Monaten außer dem Juli und Auguſt, und vom Dezember bis März ſinkt es unter den Gefrier punkt. Im Jahresverlauf iſt beſonders ſtark das Sinken des mitt⸗ leren Tagesminimums vom September zum Oktober. Wahrſcheinlich hängt dies damit zuſammen, daß vom September zum Oktober die Nebelhäufigkeit abzunehmen beginnt, die bis zum September hin ge ſtiegen war. Da ſich aber Nebel beſonders in den kalten Nachtſtunden bildet, ſo muß eine Abnahme der Nebeldecke eine Verſtärkung der nächtlichen Ausſtrahlung, alſo ein merkliches Sinken der tiefſten Nacht⸗ temperatur verurſachen. Ebenſo iſt das Steigen des durchſchnittlichen täglichen Temperaturminimums vom April zum Mai auffallend ſtark. Vom April zum Mai nimmt aber die Bewölkung abends zu, ſodaß man daraus vielleicht folgern kann, daß im Mai auch während der Nacht eine etwas ſtärkere Wolkendecke vorhanden iſt als im April, die Ausſtrahlung daher etwas geringer wird.

Die Zuſammenſtellung der mittleren Monats⸗ und Jahresminima in Reihe 19 läßt erkennen, daß wir damit rechnen müſſen, daß die Temperatur in jedem Monat nachts einigemal unter 7° ſinkt und im Oktober⸗November, ſowie im April einigemal unter den Gefrierpunkt, in den Wintermonaten ebenſo unter 100⁰.