Aufsatz 
Das Klima von Weilburg a.d.Lahn
Entstehung
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benachbarten Stationen, beſonders auf den Bergen, bemerkt man auch um die Mitte des Monats ein Anſteigen. Dieſem unregelmäßigen Temperaturverlauf entſpricht die ſtarke Zunahme der Südweſtwinde, überhaupt der weſtlichen Winde gegenüber dem November, alſo ein häufigeres Auftreten von Tiefdruckwirbeln. Der Dezember zeigt dem⸗ entſprechend die ſtärkſte Bewölkung des ganzen Jahres, beſonders mittags und abends, und ebenſo das Maximum der trüben und be⸗ deckten Tage. Die Niederſchlagshöhe und die Zahl der Niederſchlags⸗ tage nimmt zu, vor allem ſind die kleinen Niederſchläge häufiger.

Der unregelmäßige Gang des Temperaturverlaufs im Jahre wird beſonders deutlich, wenn man feſtſtellt, wie oft die Mittel temperatur von einem Tage zum anderen ſteigt oder fällt. Man ſindet, daß nur in den Monaten März bis Juli das Steigen über wiegt. Auf 100 Fälle des Steigens kommen im März 83, im April 82, im Mai 87, im Juni 86, im Juli 95 Fälle des Sinkens. Im März beginnt alſo das häufigere Steigen, im April iſt es am häu⸗ figſten, der Mai iſt in dieſen Einzeländerungen unregelmäßiger. Vom Auguſt ab überwiegen die Fälle des Sinkens der Temperatur. Auf 100 Fälle des Steigens kommen im Auguſt 108 Fälle des Sin⸗ kens, im September und Oktober 105, im November die zahlreichſten 117, im Dezember 106. Aber auch im Januar und ſogar noch im Fe⸗ bruar überwiegen die Fälle des Sinkens(107 und 109), was den ver⸗ änderlichen Charakter dieſer beiden Monate deutlich kennzeichnet.

Der Jahresdurchſchnitt der öchſttemperaturen der ein⸗ zelnen Tage 12,70(Reihe 14 und 15) ſtimmt mit dem Durchſchnitt der ganzen Provinz am beſten von allen übrigen Stationen überein, iſt aber entſprechend den Tagesmitteln etwas höher als der Marburgs. Am höchſten ſteigen die Nachmittagstemperaturen wie überall in der Provinz durchſchnittlich im Juli(22) und bleiben am niedrigſten im Januar. Auch dieſe Bahl ſtimmt mit dem Provinzialmittel gut über⸗ ein. Die mittleren Tagesmaxima ſteigen vom Januar bis zum Juli und fallen von da ab, jedoch nicht g leichmäßig. Die Veränderlich⸗ keit iſt wie bei den Tagesmitteln in der kälteſten und wärmſten Jahreszeit am geringſten. Auffallend ſtark iſt das Anſteigen der Höchſt temperatur vom März zum April und vom April zum Mai, was wohl mit dem ſtärkeren Auftreten von nordöſtlichen Winden und der Abnahme der ſüdweſtlichen, alſo mit dem deutlicheren Hervortreten des kontinentalen Witterungscharakters vom März zum April und vom April zum Mai im Zuſammenhang ſteht. Ebenſo iſt auffallend ſtark der Rückgang der Höchſttemperaturen vom Oktober zum November und vom November zum Dezember. Hier liegt wahrſcheinlich die gleiche Urſache wie beim Anſtieg vor, denn auch vom Oktober zum November nehmen die nordöſtlichen Winde ganz erheblich zu. Sie erreichen ja hier ihr Maximum im ganzen Jahre. Dieſer Einfluß ſetzt ſich dann auch zum De ezember hin fort, wo außerdem noch die Oſtwinde an Häufigkeit zunehmen. Die mittleren Nachmittagstemperaturen pflegen 20° nur vom Juni bis zum Auguſt zu überſchreiten, 10⁰0 vom April bis zum Oktober, doch in allen Monaten den Gefrierpunkt.

Zieht man das Mittel aus den höchſten in jedem Monat und Jahre vorkommenden Nachmittagstemperaturen, ſo ergeben ſich die mittleren Monats⸗ und Jahresmaxima der Reihe 18. Sie ſind natur⸗