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viel häufiger ihre Richtung wechſeln, mehr zurücktreten.— Der Mai zeigt, wenn man nur die Fünftagsmittel heranzieht, ebenfalls ein ziemlich gleichmäßiges und im ganzen noch ſtärkeres Anſteigen der mittleren Tagestemperaturen als der April. Er ſcheint alſo im all⸗ gemeinen(auf den Bergen zeigen ſich wirkliche Rückfälle) einen gleich⸗ mäßigeren Charakter zu beſitzen. Damit ſtimmt überein, daß er die wenigſten weſtlichen Winde von allen Monaten hat, dagegen häufig nordöſtliche Winde, mehr jedenfalls als die beiden Nachbarmonate. Doch iſt bekannt, daß im Mai nicht ſelten einzelne Kälterückfälle ein— treten, verurſacht durch die dann einſetzenden rauhen nordweſtlichen Winde. Dieſe einzelnen Kälterückfälle machen ſich aber in den Fünf⸗ tagsmitteln nicht geltend, treten alſo keinesfalls beſonders häufig an den„Eisheiligen“ auf und verurſachen höchſtens gegen die Mitte des Monats ein etwas geringeres Anſteigen der Temperatur.— Die Temperatur ſteigt nun bis Anfang Juni weiter. Dann zeigt ſich aber, wie auch überall in der Nachbarſchaft, ein auffallend ſtarker Rück⸗ gang die Mitte des Monats hindurch(die ſog. Schafkälte Norddeutſch⸗ lands). Im Juni ſtehen wir häufiger als im Mai unter dem Ein⸗ fluß raſch durchziehender Tiefdruckwirbel. Daher iſt die mittlere Be⸗ wölkung größer als in den Nachbarmonaten. Zwar hat der Juni verhältnismäßig weniger Niederſchlagstage, doch bringen die Aus⸗ läufer der einzelnen Wirbet eine erheblich größere Niederſchlagsmenge als im Mai und vor allem infolge der zunehmenden Beſonnung häu⸗ figer Gewitterregen, ſodaß dadurch ſchon die Luft im allgemeinen ab⸗ gekühlt wird. Die um dieſe Jahreszeit kälteſten Winde, die nord⸗ weſtlichen, ſind zwar in Weilburg im Juni nicht beſonders häufig. Aber ein Überblick über die benachbarten, beſonders die auf den Höhen gelegenen Stationen zeigt, daß an dieſen die Nordweſtwinde im Juni häufiger auftreten als in allen übrigen Monaten. Die in Weilburg jetzt zahlreicher als im Vormonate einſetzenden ſüdweſtlichen und weſt⸗ lichen Winde ſind daher als durch das Gelände abgelenkte, urſprüng⸗ lich nordweſtliche Winde zu betrachten(im Nordweſten von Weilburg erhebt ſich der Weſterwald).— Von der Mitte des Juni ab beginnt die Temperatur wieder zu ſteigen bis Anfang Juli. Doch zeigt auch die erſte Hälfte dieſes Monats einen Rückſchlag, der bei ſämtlichen Stationen der Nachbarſchaft ebenfalls zu bemerken iſt, und die Tem⸗ peratur erreicht erſt unmittelbar nach der Mitte des Monats ihren höchſten Stand. Dann folgt ein kleiner, auch in einigen benachbarten Monaten bemerkbarer Rückfall und gegen Ende des Juli wieder ein Anſteigen auf dieſelbe Höhe wie im Anfang. Dies letztere Anſteigen iſt in den Nachbarſtationen nicht ſo deutlich. Der erſte, überall deut⸗ liche Temperaturrückſchlag im Anfang Juli dürfte damit im Zuſam⸗ menhange ſtehen, daß der Juli überhaupt einen ſtarken Wechſel der Winde aus Südweſten, Weſten und Nordweſten zeigt, und daß der um dieſe Zeit kälteſte Wind, der Nordweſtwind, im Juli die größte Häufigkeit des Jahres zeigt und zwar in der zweiten und dritten Pentade.— Im Auguſt ſinkt im allgemeinen die Temperatur, doch ſteigt ſie gegen die Mitte des Monats noch einmal, wie auch in allen übrigen Talſtationen merklich an. Dieſer Anſtieg hängt damit zu⸗ ſammen, daß wir im Auguſt häufiger in den Bereich von Hochdruck⸗ gebieten kommen, der mittlere Barometerſtand ſteigt im Auguſt merklich.


