Aufsatz 
Das Klima von Weilburg a.d.Lahn
Entstehung
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Morgen ſtark iſt, ſodaß unter dieſer Nebeldecke die Morgentempera⸗ turen nur verhältnismäßig wenig abnehmen.

Etwas verwickelter wird der Jahresverlauf der Temperatur, wenn man ſtatt der Monatsmittel Temperaturmittel für kleinere Abſchnitte wählt. Berechnet man z. B. die 20jährigen Mittel der 73 Pentaden (Tagfünften) des Jahres und ſtellt hiernach den mittleren Jahresgang der Lufttemperatur feſt, ſo ergibt ſich, daß dieſer erheblich verwickelter iſt, als ihn ein Vergleich. der Monatsmittel erſcheinen läßt.(Vergl. Reihe 713). Am kälteſten iſt im Durchſchnitt der Anfang des Januar, dann ſteigt die Temperatur, um jedoch in der Mitte des Monats von neuem zu fallen und von da an bis gegen Ende des Monats unregelmäßig zu ſteigen. Dieſes anfängliche Steigen und das Fallen gegen die Mitte des Monats iſt an allen benachbarten Stationen ebenfalls nachgewieſen. Es hängt wahrſcheinlich damit zu⸗ ſammen, daß wir Anfang Januar meiſt im Bereiche von Hochdruck gebieten liegen, dann einige Tage in den Bereich von Tiefdruckwirbeln und gegen Ende des Monats meiſt wieder mehr in den Bereich von Hochdruckgebieten kommen. Im Februar finden wir zunächſt wiederum ein zwar nicht ſtarkes, aber anhaltendes Sinken der Tem peratur bis gegen die Mitte des Monats. Dieſes überall in unſerer Gegend zu beobachtende Sinken hängt wohl mit dem Auftreten der ſtärkſten Hochdruckgebiete in dieſer Zeit zuſammen(der Februar hat den höchſten mittleren Barometerſtand von allen Monaten des Jahres). Gerade gegen Anfang und Mitte des Monats wehen in Weilburg weniger ſüdweſtliche und verhältnismäßig mehr öſtliche und ſüdöſtliche Winde. Der Monat iſt daher im Vergleich zu den Nachbarmonaten verhältnismäßig trocken. Er zeigt beſonders mittags etwas geringere Bewölkung, hat auch weniger Nebeltage, und die Zahl der Nieder ſchlagstage iſt in ihm geringer als in den Nachbarmonaten. Er hat alſo einen mehr kontinentalen Charakter, beſonders gegen Anfang und Mitte, muß alſo hier ein Sinken der Temperatur zeigen. Im März beginnt zwar das kräftigere Anſteigen der Temperatur, doch treten ſtets noch mehrere Rückſchläge ein oder wenigſtens eine merk⸗ liche Verzögerung im Anſteigen der Temperatur. Dieſe Unrgelmäßig⸗ keit iſt auch an den benachbarten Stationen und zwar auf den Bergen mehr als in den Tälern zu beobachten. Sie hängt wohl mit dem im März ſehr ſtarken Wechſel zwiſchen Südweſt⸗ und Nordweſtwinden zuſammen, der um dieſe Jahreszeit ſtets ein merkliches Schwanken der Temperatur herbeiführt. Der April zeigt ein ziemlich gleich⸗ mäßiges Anſteigen der Temperatur, im Anfang ſtärker, gegen die Mitte des Monats etwas ſchwächer, dann wieder normal. Dieſes andauernde, aber gegen die Mitte des Monats etwas ſchwächere An ſteigen iſt auch in allen übrigen Teilen Naſſaus deutlich ausgeprägt, beſonders auf den Bergen. Es entſpricht dem mehr gleichmäßigen Witterungscharakter des Monats. Denn der April zeigt beſonders viel heitere Tage gegenüber den Nachbarmonaten, weniger Nebeltage und geringere Niederſchläge, vor allem auch weniger Tage mit etwas ſtär⸗ kerem Niederſchlag. t Dieſer trockenere und kontinental⸗gleichmäßigere Charakter des Monas hängt wohl mit dem häufigeren Auftreten von öſtlichen Winden zuſammen, während die weſtlichen Winde, die ja