Aufsatz 
Das Klima von Weilburg a.d.Lahn
Entstehung
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am ähnlichſten gelegenen benachbarten Station, Marburg, verglichen. In Marburg hat der Regenmeſſer ſeit dem 1. Mai 1887 ſeinen Platz nicht gewechſelt und ſtand nach den Veröffentlichungen uſw. richtig. Die Weilburger Werte der Monate Januar bis April 1887 mußten daher für dieſen Vergleich ausſcheiden. Bei dem Vergleich konnte ich mich ſowieſo nicht mit den Jahresmitteln begnügen, ſondern mußte die Monatsmittel heranziehen, weil die Aufſtellung des Regenmeſſers in Weilburg nie mit Jahresſchluß gewechſelt hat und die einzelnen Perioden doch zu kurz ſind, um noch mehr Monate vernachläſſigen zu können. Teilt man die einzelnen Weilburger Monatsſummen des Niederſchlags durch die entſprechenden Marburger und zieht aus den erhaltenen Quotienten der einzelnen Perioden das Mittel, ſo erhält man als durchſchnittlichen Quotienten der erſten Periode 1,19, der zweiten Periode 1,22, der dritten*) Periode 1,14, der vierten Periode 1,22.

Dieſe Zahlen zeigen zunächſt, daß die zweite und vierte Auf⸗ ſtellung die beſten geweſen ſind, da in den übrigen Beobachtungs⸗ perioden verhältnismäßig weniger Niederſchlag aufgefangen wurde. Der Unterſchied zwiſchen der erſten und zweiten iſt jedoch nicht groß. Am ſchlechteſten iſt offenbar die Aufſtellung in der dritten Periode geweſen, was wohl dem Stande des Regenmeſſers an der Böſchung zuzuſchreiben iſt. Das gute Ergebnis der vierten Periode deckt ſich zwar ſcheinbar nicht ganz mit der Bemerkung in denVeröffent⸗ lichungen uſw., durch welche auch hier auf eine benachbarte Böſchung aufmerkſam gemacht wird. Doch war die Wirkung dieſer Böſchung unmittelbar an der Lahn nicht ſo deutlich, weil vor der Böſchung ſich ſehr hohes Schilf gegen 2 m nach der Lahn zu vorſchob, das häufig höher als die Auffangfläche des Regenmeſſers emporwuchs und dann durch Schnitt auf dieſe Höhe zurückgebracht wurde, alſo gut als Windſchutz wirkte. Außerdem erheben ſich unmittelbar am gegen⸗ überliegenden Ufer der Lahn ſteile Bergwände. Nach den übrigen Seiten ſtand der Regenmeſſer gut.

Die monatlichen Niederſchlagsſummen der erſten und dritten Periode wurden alſo auf die der letzten Periode korrigiert. Es ge⸗ ſchah auf die Weiſe, daß der mittlere Vergleichsquotient der letzten Periode durch den der erſten, dann durch den der dritten dividiert wurde. Es ergeben ſich hieraus als Korrektionsfaktoren für die erſte Periode 1,03, für die dritte 1,07. Multipliziert man mit dieſen Kor⸗ rektionsfaktoren die monatlichen Niederſchlagsſummen der betreffenden Periode, vereinigt dann alle Einzelmonatsſummen mit den unverän⸗ derten Monatsſummen der zweiten und vierten Periode und zieht hieraus die Mittel, ſo erhält man die auf die letzte Aufſtellung des Regenmeſſers korrigierten mittleren Monats⸗ und Jahresſummen der Reihe 115.

Die mittlere Abweichung der korrigierten einzelnen Monats⸗

und Jahresſummen vom 20jährigen Mittel beträgt: 24,2 27,4 26,2 16,8 27,0 23,0 27,9 21,6 31,4 27,0 19,2 25,3 71,8 ) Die in denVeröffentlichungen des Königl. Preuß. Meteorol. Inſti⸗ tuts enthaltenen Angaben, daß innerhalb dieſer Periode die Aufſtellung des Regenmeſſers und der Thermometerhütte noch einmal gewechſelt habe, beruht nach Mitteilung des Beobachters auf einem Irrtum.