Aufsatz 
Das Klima von Weilburg a.d.Lahn
Entstehung
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Auch für die interdiurne Veränderlichkeit iſt die Be⸗ rechnung des wahrſcheinlichen Fehlers durchgeführt. Die mittlere Abweichung der einzelnen Monatsmittel der interdiurnen Veränder⸗ lichkeit des Tagesmittels vom 20jährigen Mittel beträgt:

0,35 0,37 0,22 0,23 0,15 0,21 0,27 0,23 0,18 0,24 0,17 0,27.

Daraus ergeben ſich nach der Fechnerſchen Formel als wahr⸗ ſcheinliche Fehler die folgenden:

0,07 0,07 0,04 0,04 0,03 0,04 0,05 0,04 0,03 0,05 0,03 0,05.

Hiernach müßte bei einer wahrſcheinlichen Fehlergrenze von 0,1° eine Beobachtungsreihe von

9 10 4 4 1 3 5 4 2 4 2 5

Jahren genügen, d. h. für die meiſten Monate genügte eine Beobachtungs⸗ reihe von 5 Jahren. Schneidet man jedoch aus der 20jährigen Weilburger Beobachtungsreihe 5jährige Perioden heraus, ſo zeigt ſich, daß die Mittel aus ihnen ſtets um mehr als 0,1° von einander ab⸗ weichen. Die Mittel von 10jährigen Perioden weichen nur in wenigen Monaten um nicht mehr als 0,1°ab. Auch 15jährige Perioden genügen hiernach noch nicht, um in allen Monaten ein Ergebnis zu erhalten, das auf 0,10° richtig iſt, es ſind vielmehr 17jährige Perioden nötig. Die Anwendung der Fechnerſchen Formel auf die interdiurne Ver⸗ änderlichkeit des Tagesmittels iſt alſo nicht ohne weiteres zuläſſig, umſomehr als ein gleiches Ergebnis ſich auch bei der Berechnung der entſprechenden Zahlen für andere Stationen und für das Tagesmaximum und Tagesminimum zeigt.

In bezug auf die Veränderlichkeit des Tagesmaximums ergeben ſich folgende Zahlen:

1) Mittlere Abweichung der Monatsmittel vom 20jährigen Mittel:

0,38 0,28 0,39 0,30 0,32 0,23 0,40 0,36 0,23 0,31 0,27 0,24.

2) Wahrſcheinlicher Fehler:

0,07 0,05 0,07 0,06 0,06 0,04 0,08 0,07 0,04 0,06 0,06 0,05.

3) Nötige Jahre bei Fehlergrenze 0,1°:

11 6 11 6 7 4 12 10 4 7 5 4.

Eine empiriſche Nachprüfung in der angedeuteten Weiſe zeigt jedoch, daß teilweiſe erſt 30jährige Mittel eine Fehlergrenze von 0,10° beſitzen.

Aehnlich iſt es in bezug auf die Veränderlichkeit des Tages⸗ minimums. Nach der Fechnerſchen Berechnung genügen 18 Jahre für alle Monate, um Ergebniſſe von einer Fehlergrenze 0,1° zu erhalten. Nach der empiriſchen Berechnung ſind jedoch mindeſtens 25jährige Perioden nötig.

Hiernach kann man die Werte in Reihe 58 als zuverläſſig bis auf eine Fehlergrenze von 0,1°manſehen. Die Werte in den Reihen 66 und 74 haben jedoch nicht für alle Monate die gleiche Zuverläſſigkeit.

Die Windbeobachtungen.

Windbeobachtungen ſind von Januar 1887 bis Juni 1904 nur morgens 7 Uhr und mittags 2 Uhr ausgeführt worden. Eine eigene Windfahne ſtand nicht zur Verfügung, ſodaß der Beobachter ſich nach der Windfahne der Schloßkirche und dem Rauche benachbarter hoher Schornſteine richten mußte. Erſt ſeit dem Auguſt 1904 konnte mit