VIII
·Öð«-
der Flüſſigkeit infolge der ſtärkeren Abnahme ihrer Temperatur wieder aus. Durch wieder— holtes derartiges„Decken“ erhält man Salzgemiſche, welche an Kaliumchlorid immer reicher ſind. Am meiſten kommt ein Düngeſalz in den Handel, für welches ein Gehalt von 40% KO gewährleiſtet wird, was einem Gehalt von 63% Kaliumchlorid entſpricht.
Dieſes 40⸗prozentige Kalidüngeſalz iſt von mehr pulveriger Beſchaffenheit und klumpt infolge ſeines geringen Gehaltes an Magneſiumchlorid nicht ſo ſtark.
Die Kalidünger können mit allen Kalkdüngern ohne Schaden gemengt werden.
10) Bei der Beſprechung des Herſtellungsverfahrens des 40⸗prozentigen Kalidüngeſalzes muß uns die verſchiedene Löslichkeit der Salze bei verſchiedener Temperatur aufgefallen ſein. Ebenſo iſt uns früher(ſo z. B. bei der Unterſuchung der Ammoniakverbindungen) ſichtbar geworden, welche Bedeutung die jeweilige Temperatur auf die Flüchtigkeit mancher Verbin⸗ dungen hat. Wir müſſen alſo das uns ſeither bekannte Geſetz für die Umſetzungen der chemiſchen Stoffe dahin erweitern:
Rommen Stoffe, welche aus Baſenreſten und Säurereſten beſtehen, bei Anweſenheit von Waſſer zuſammen, ſo erfolgt die Umſetzung zwar in erſter Linie nach der verſchiedenen Stärke dieſer Reſte. Liegt aber die Möglich⸗ keit vor, daß ſchwerlösliche oder flüchtige Derbindungen ſich bilden können, ſo entſteht ſtets die bei der betreffenden Temperatur ſchwerſtlösliche oder leichteſtflüchtige Verbindung..
Die wichtigſten Phosphorſäuredünger ſind neben Knochenaſche und deren Erſatz— ſtoffen: Superphosphat, Doppelſuperphosphat und Thomasmehl.
11) Die in Deutſchland gewonnene Menge von Knochenaſche reicht für Düngezwecke nicht aus. Es wird daher Knochenaſche beſonders aus Südamerika eingeführt. Oder als Erſatzſtoffe nimmt man Rückſtände von Vogelexkrementen(Bakerguano u. a.), die auf Süd— ſeeinſeln gefunden werden, jetzt allerdings faſt abgebaut ſind. Ferner Apatite, die aus Spa⸗ nien, Nordamerika u. a. O. eingeführt werden. In geringerer Menge werden verſteinerte Exkremente und Knochenreſte von Tieren(Koprolithe und Oſteolithe) verwertet, die man an manchen Orten Deutſchlands findet. Faſt gar nicht mehr werden die Phosphorite verwendet, welche als kalkähnliche, aber hellbunte, etwas härtere und ſchwerere Geſteine in der Lahn— gegend vorkommen. Alle dieſe Stoffe enthalten die Phosphorſäure als Tricaleiumphosphat, alſo in einem für Boden- und Wurzelſäuren nur ſchwer aufſchließbaren Zuſtande. Deshalb werden Knochenaſche und ihre Erſatzſtoffe meiſt weiter verarbeitet zu den Superphosphaten.
12) Was iſt Superphosphat?
Es wird hergeſtellt, indem man Knochenaſche oder ihre gepulverten Erſatzſtoffe mit ſo— viel verdünnter Schwefelſäure behandelt, daß die Einwirkung nach folgender Formel vor ſich geht: Ca,(PO.,)+ 212S04= 2CasO,+ Call.(PO)
Das Calciumſulfat bildet mit einem Teile des Waſſers Gips, das übrige Waſſer wird durch Trocknen entfernt. Die Maſſe wird dann möglichſt fein gemahlen.
Das ſo entſtehende Superphosphat beſteht alſo aus einem Gemenge von Gips und Monocalciumphosphat. Wir können aus ihm durch Waſſer, dem zum Zurückhalten des Gipſes etwas Weingeiſt zugeſetzt iſt, das Monocalciumphosphat ausziehen und es aus dem Auszuge als Kriſtallblättchen erhalten. Das Superphosphat bildet ein graues Pulver, welches die Säcke(auch die Hände beim Ausſtreuen) ſtark angreift und bei feuchtem Aufbewahren leicht klumpt. Die verwandten Rohſtoffe enthalten nämlich Karbonate von Alkalien, Kalk und Magneſia, ferner Eiſenoxyde(ſo beſonders die Lahnphosphorite). Dieſe würden, falls ſie im Superphosphat verblieben, dasſelbe zurückgehen laſſen. Deshalb ſetzt man ſoviel Schwefel⸗ ſäure zum Rohſtoff, daß dieſe Karbonate und Oxyde ebenfalls in Sulfate übergeführt werden. Da der ganze Vorgang des Aufſchließens langſam geſchieht und beſonders die Eiſenoxyde nur allmählich von der Schwefelſäure angegriffen werden, ſo ſetzen die Düngerfabriken meiſt etwas Schwefelſäure im Überſchuß zu, damit während des Transportes und des Lagerns das Aufſchließen noch weiter vor ſich geht. Daher kommt es, daß friſches Superphosphat meiſt noch etwas freie Schwefelſäure enthält, alſo ſehr ſtark ſauer reagiert, die Säcke uſw. angreift und Feuchtigkeit aus der Luft anzieht.
—„„„»8»ʒ-———·.


