IX
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13) Was iſt Doppelſuperphosphat?
Um den Gipsgehalt des Superphosphats zu vermeiden, ſchließt man Knochenaſche uſw. auch mit Phosphorſäure auf. Man erhält dann das ſog. Doppelſuperphosphat als graues Pulver, welches im weſentlichen aus Monocalciumphosphat beſteht. Die hierzu nötige Phos⸗ phorſäure gewinnt man durch Einwirkung von viel ſtarker Schwefelſäure auf Knochenaſche uſw. Der entſtehende Gips wird abgepreßt: Superphosphatgips. Die verdünnte Phos⸗ phorſäure wird durch Eindampfen konzentriert. Dann läßt man ſie auf eine neue Menge Knochenaſche uſw. einwirken. Das erhaltene Produkt wird getrocknet und möglichſt gut zer⸗ kleinert. Wir können durch Auslaugen und Umkriſtalliſieren den größten Teil der Maſſe als Kriſtalle von Monocalciumphosphat erhalten.
Der Wert der Superphosphate hängt von ihrem Gehalt an ſog.„waſſerlöslicher Phosphorſäure“ ab, d. h. an Phosphorſäure in Form von Monocalciumphosphat. Die gewöhnlichen Superphosphate enthalten 12— 21% P.O, in Form von Monocalciumphos⸗ phat, die Doppelſuperphosphate 40% und mehr. Von großer Wichtigkeit für die Dünge⸗ wirkung iſt auch der Feinheitsgrad, welchen die Superphosphate beſitzen.
Die Superphosphate können mit allen Kalidüngern ohne Schaden gemengt werden, jedoch nicht mit Düngekalk, da letzterer das Monocalciumphosphat zurückgehen läßt.
14) Der bei der Herſtellung von Doppelſuperphosphat als Abfallprodukt gewonnene Superphosphatgips wird vielfach als„Konſervierungsmittel“ des Stallmiſtes ange⸗ wandt. Das bei der Fäulnis des letzteren entſtehende Ammoniak und Ammoniumkarbonat entweicht leicht und bewirkt ſo„Stickſtoffverluſte“. Streut man jedoch Superphosphatgips (auch Düngegips genannt) in den Stall ein, ſo bewirkt deſſen Gehalt an freier Phosphor⸗ ſäure eine Umwandlung des flüchtigen Ammoniaks und Ammoniumkarbonats in nicht flüch⸗ tiges Ammoniumphosphat. Außerdem wirkt aber auch der im Superphosphatgips in ſehr feiner Verteilung vorhandene(weil bei der chemiſchen Einwirkung von Schwefelſäure auf Knochenaſche uſw. ausgefällte) Gips nach der Gleichung ein:
Er wandelt allerdings nur das flüchtige Ammoniumkarbonat in nichtflüchtiges Ammonium— ſulfat um, läßt dagegen das freie Ammoniak entweichen.
Dagegen wirkt ähnlich energiſch konſervierend wie die freie Phosphorſäure des Dünge⸗ gipſes freie Schwefelſäure ein, die man wohl in der Form von mit dünner Schwefelſäure durchtränktem Torfmull einſtreut. Dagegen zielt das ebenfalls angewandte Einſtreuen von Kainit nur auf Bindung des flüchtigen Ammoniumkarbonats, wobei beſonders ſein Gehalt an Magneſiumſulfat nach folgender Gleichung einwirkt:
(NII)2CO;+ MgSO= MgCO,+(NII) SO Reiner, gemahlener Gips wirkt, wie oben angegeben, doch infolge ſeiner Schwerlöslichkeit noch geringer als Kainit. 15) Was iſt Thomasmehl?
Thomasmehl(nach dem Erfinder des Verfahrens, Thomas, genannt) iſt ein Neben⸗ produkt der Gewinnung von ſchmiedebarem Eiſen aus Roheiſen. Hierbei ſoll vor allem der Kohlenſtoffgehalt des Roheiſens vermindert werden, nebenbei auch der Gehalt desſelben an Phosphor, der aus dem Phosphoritgehalt der Eiſenerze ſtammt und das ſchmiedebare Eiſen brüchig machen würde. Man bringt zu dieſem Zwecke das geſchmolzene ſtark überhitzte Roh⸗ eiſen in eine„Beſſemer⸗Birne“, welche mit einem„baſiſchen Futter“ ausgekleidet iſt(ſtark gebranntem und dann gepulvertem Dolomit, der durch Steinkohlenteer formbar gemacht iſt). Gleichzeitig wird„Kalkzuſchlag“ zugegeben. In die Birne wird dann von unten her erhitzte Luft geblaſen, wodurch u. a. Kohlenſtoff und dann der Phosphor des Roheiſens verbrennt. Die entſtehende Phosphorſäure bildet mit dem Kalkzuſchlag(auch mit dem baſiſchen Futter) eine Schlacke(Thomasſchlacke), welche nach dem Erkalten äußerſt fein gepulvert wird: Thomasmehl.
Das Thomasmehl iſt ein graues, ſchweres Pulver. Mit Waſſer können wir nur wenig baſiſch reagierende Maſſe ausziehen: noch vorhandener freier Ätzkalk. In verdünnter Salz⸗ ſäure löſt ſich nur ein Teil des Thomasmehls, denn es beſteht nur zum Teil aus Trical⸗
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